Tennis

Volksheld Murray gibt den Kampf auf

Andy Murray wischt sich Tränen aus dem Gesicht. Der Schotte wird seine Karriere wegen anhaltender Hüftprobleme möglicherweise schon nach den Australian Open beenden, spätestens aber im Sommer in Wimbledon. FOTO: dpa / Mark Baker

Melbourne. Der Schotte kündigt kurz vor den Australian Open sein Karriereende an. Die Tenniswelt reagiert bestürzt.

Diesen Kampf konnte er nicht gewinnen. Das hatte Andy Murray bereits gewusst, bevor er in Melbourne vor die Presse trat. Der Kloß in seinem Hals war auf Übergröße angeschwollen, die Stimme zitterte bei jedem Wort. Und weil alle Gegenwehr vergebens war, ließ Murray die Tränen einfach laufen. „Die Schmerzen sind wirklich zu stark. So will ich nicht weiterspielen“, sagte Murray und blickte traurig aus seinen verquollenen Augen. Wenig später weinte die gesamte Tenniswelt mit dem Briten.

Zwar verkündete Murray am Freitagmittag noch nicht sein sofortiges Karriereende, herzzerreißend waren seine Worte jedoch allemal. Die Hüftverletzung, die ihn seit fast zwei Jahren peinigt, hat den großen Kämpfer in die Knie gezwungen. Spätestens im Sommer in seiner Heimat auf dem legendären Rasen von Wimbledon ist Schluss, „aber ich bin nicht sicher, ob ich das überhaupt schaffe“, sagte Murray. Schon das Spiel gegen den Spanier Roberto Bautista Agut am Montag in der ersten Runde der Australian Open könnte sein letztes sein.

„Ich habe alles versucht, damit es meiner Hüfte besser geht. Es hat nicht viel geholfen. Auch wenn ich mich besser fühle als noch vor einem halben Jahr, habe ich noch immer starke Schmerzen“, sagte Murray. Eine zweite Operation könnte Linderung bringen, das Ziel sei aber nicht, danach in den Profisport zurückzukehren: „Es geht nur um eine bessere Qualität für das Leben.“ Mehr Hoffnung ist Murray nach monatelanger Tortur nicht geblieben. Im Alter von gerade einmal 31 Jahren. Im August 2017 war er noch die Nummer eins der Welt.

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