Ehemalige Nummer Zwei der Welt

Das stille Karriereende des Tommy Haas

Tommy Haas hat seine Tennis-Karriere beendet. Foto: Daniel BockwoldtFOTO: Daniel Bockwoldt

Berlin. Er war die Nummer zwei der Tennis-Welt, hat 15 Titel auf allen Belägen gefeiert, stand in vier Grand-Slam-Halbfinals und hat Olympia-Silber gewonnen. Er faszinierte die Fans mit seiner spektakulären Spielweise und bemerkenswerten Comebacks nach langen Verletzungspausen.

Doch als Tommy Haas seinen endgültigen Abschied vom Profi-Tennis bekanntgab, bekam es mehrere Tage erst einmal niemand mit. Keine Pressemitteilung, kein Beitrag in den sozialen Netzwerken, keine öffentlichkeitswirksame Würdigung seiner Karriere.

Bereits am vergangenen Freitag erschien in der kalifornischen Zeitung „Desert Sun“ ein ausführlicher Artikel mit den entscheidenden Zitaten des gebürtigen Hamburgers. „Die Realität ist, dass ich am 3. April 40 werde und der Körper sich ändert. Und ich möchte mein Leben auch später noch genießen“, sagte Haas, im Jahr 2002 die Nummer 2 im ATP-Ranking, und sprach von einem „weisen Schritt“, seinen Körper „nicht weiter zu quälen“.

Ob nun trostlos und unwürdig oder bescheiden und konsequent: 22 Jahre nach dem Beginn seiner Profilaufbahn hat der zweifache Familienvater seinen de facto längst praktizierten Schritt nun auch offiziell vollzogen. Als letztes Match wird die Niederlage gegen Jan-Lennard Struff Anfang August 2017 in Kitzbühel in den Statistiken von Thomas Mario Haas geführt. Anschließend bestritt er kein Turnier mehr, die erhoffte Wildcard für die US Open blieb ihm verwehrt. Sein letzter Sieg gelang Haas im Juni auf Rasen in Stuttgart gegen Roger Federer.

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