Biathlon-Weltcup

Ex-Doper Loginow siegt in Oberhof - „Müssen das hinnehmen“

Gewann in Oberhof den Sprint: Alexander Loginow. Foto: Hendrik Schmidt FOTO: Hendrik Schmidt

Oberhof. Im deutschen Biathlon-Mekka Oberhof hat Ex-Doper Alexander Loginow vor den Augen von IOC-Chef Thomas Bach seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert. Als der 26 Jahre alte Russe in der Rennsteig-Arena ins Ziel kam, wurde er von den 12.300 Zuschauern mit Beifall bedacht.

Pfiffe für den Mann aus Saratow gab es nicht. Später stand Loginow zusammen mit dem Norweger Johannes Thingnes Bö und dem Schweden Sebastian Samuelsson auf dem Podium und strahlte. „Ich möchte einfach nur laufen und nicht mehr über die Vergangenheit sprechen“, sagte der Premieren-Sieger.

Sprint-Weltmeister Benedikt Doll als Vierter, Olympiasieger Arnd Peiffer als Fünfter und Erik Lesser als 17. verschafften sich eine bessere Ausgangsposition für die Verfolgung am Samstag als Johannes Kühn auf Rang 39 und die deutschen Frauen nach dem historischen Debakel am Donnerstag. Ein bitteres Rennen erlebte am Freitag Massenstart-Weltmeister Simon Schempp, der als 70. die Qualifikation genau wie Debütant Lucas Fratzscher (93.) nicht schaffte.

Nun wird Loginow von der Konkurrenz gejagt - er hat einen Vorsprung von 25 Sekunden. Wenn es nach IOC Präsident Thomas Bach, 1976 Fecht-Olympiasieger, ginge, hätte es der Russe nach seiner Epo-Sperre erst gar nicht auf das Podest geschafft. „Ich bin angetreten als Athletensprecher vor vielen Jahren und habe mit großer Überzeugung und Nachdruck eine lebenslange Sperre für Dopingsünder gefordert“, sagte Bach der Deutschen Presse-Agentur. „Aber es ist so in unserem Rechtssystem, dass das nicht möglich ist. Und dass jeder, wenn er seine Strafe verbüßt hat, dann auch wieder das Recht hat zu starten. Und das Recht hat gleich behandelt zu werden.“

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