Gesunde Blume

Gesundheit aus dem Garten von Mutter Natur

Das Gänseblümchen ist Heilpflanze des Jahres 2017. FOTO: Federico Gambarini / dpa

Saarbrücken. (MP)  Wildkräuter enthaltenen erheblich höhere Mengen bioaktiver Substanzen als etwa ein herkömmlicher Salatkopf. Zu den biologisch aktiven Verbindungen gehören unter anderem Alkaloide und Flavonoide. Derartige Substanzen werden von Pflanzen produziert, um sich vor Fressfeinden zu schützen oder um widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten zu werden.

Diese Schutzfaktoren lagern die Wildpflanzen nicht nur in Stengeln oder Blättern ein, sie geben sie auch in die Luft ab, wo sie als Alarm-Duftstoffe eine weitere wichtige Funktion im Pflanzenreich haben. Sie warnen benachbarte Gewächse zum Beispiel vor dem Angriff eines Schädlings. Menschen nehmen diesen biochemischen Cocktail schließlich als typischen Waldgeruch wahr. Die zur Schadabwehr produzierten Verbindungen werden unter dem Fachausdruck Phytonzide zusammengefasst. Was den Pflanzen hilft, kann auch dem Menschen nutzen. Die Substanzen aktivieren und stärken unser Immunsystem.

Vielerorts werden Kräuterwanderungen mit umfassenden Informationen zu diesem Thema angeboten. In jedem Fall müssen sich Laien wie beim Pilzesammeln fachkundiger Hilfe versichern. Folgende Pflanzen eignen sich zum Beispiel als Salat- und Pestozutat, auf Pizza, können in Aufläufen und Bowle oder als Gewürz und für Kräutertees verwendet werden: Gänseblümchen – sie enthalten fünfmal mehr Kalzium als ein Kopfsalat. Junge Brennnesselblätter enthalten ungefähr das 20-Fache an Kalzium. Der seit dem Mittelalter als Gemüse und Heilpflanze angebaute Giersch, der heute bei Gärtnern allerdings als Unkraut verschrien ist, schmeckt wie Spinat. Vogelwicke hat einen Geschmack, der Erbsen ähnelt. Auch Knoblauchsrauke, das Zwiebelgewächs Bärlauch, das nach Kresse schmeckende Wiesenschaumkraut und Waldmeister – er enthält die Substanz Cumarin, die gegen Kopfschmerzen hilft – sind mögliche Zutaten.

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