Ein Studium als Tor zur Welt

Von Saarbrücken nach Salt Lake City

Jana Burnikel bei der Lektüre englischsprachiger Literatur auf dem Campus der Universität des Saarlandes. FOTO: Iris Maria Maurer

Saarbrücken. Fremde Länder und Kulturen faszinieren die Englischstudentin Jana Burnikel seit jeher. Ihr Studium an der Saar-Uni kommt ihr da entgegen.

Ihre beruflichen Ziele hatte Jana Burnikel bereits früh klar vor Augen. „Eigentlich wusste ich schon immer, dass ich mal im Public-Relations-Bereich oder in der Unternehmenskommunikation arbeiten will“, sagt die 26-Jährige. Ein betriebswirtschaftliches Studium sei für sie dennoch nicht infrage gekommen. „Das klang für mich immer zu langweilig und trocken.“ Dagegen habe sie sich schon während der Schulzeit für Sprachen, Bücher und fremde Kulturen begeistern können. „Ich liebe einfach englische Literatur und kreatives Schreiben“, schwärmt die gebürtige Saarbrückerin. „Ich hatte auch eine tolle Englischlehrerin, die mein Interesse an Shakespeare und Co. geweckt hat.“


Auf der Grundlage dieser Erfahrungen entschied sich Burnikel nach dem Abitur für den Bachelor-Studiengang „English: Linguistics, Literatures and Cultures“ (Infokasten) an der Saar-Uni. Die dafür nötigen Auslandspraktika, die sie in den USA absolvierte, haben bei der Studentin tiefe Eindrücke hinterlassen. „Für den ersten Auslandsaufenthalt war ich in Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah“, sagt sie. Die Vereinigten Staaten habe sie vorher nur während eines Urlaubs in New York kennengelernt. „Salt Lake City war völlig anders“, so Burnikel. „Im Grunde wirken die USA oft gar nicht wie eine Nation, sondern eher wie viele einzelne Länder mit jeweils ganz eigenen Kulturen“, so ihre Einschätzung.

Besonders überrascht habe sie, welchen zentralen Stellenwert das Thema Religion im mormonisch geprägten Utah im Leben der Menschen einnehme. „Bei uns ist Religion ja eher was für ältere Leute“, so die Studentin. In Salt Lake City nähmen hingegen auch die Jüngeren oft an religiösen Veranstaltungen wie Gottesdiensten teil. „Das ist dort eine echte Gemeinschaft“, erzählt Burnikel. Mitunter sei dieser Mikrokosmos völlig von der Außenwelt isoliert. „Die Leute dort konnten zum Teil gar nicht glauben, dass ich aus Deutschland komme und dennoch eine andere Sprache als die meines Heimatlandes spreche“, sagt sie. „Es kam mir teilweise vor wie ein Portal ins 19. Jahrhundert.“

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