In vielen Bereichen überdüngt

Deutsche Flüsse tragen weiter viele Nährstoffe in Ostsee

Im Jahr 2016 gelangten 11.943 Tonnen Stickstoff aus Deutschland in die Ostsee. Foto: Stefan SauerFOTO: Stefan Sauer

Berlin. Die Menge der Nährstoffe und Schwermetalle, die aus Deutschland in die Ostsee gelangt, geht nach amtlichen Daten seit 2006 nur leicht zurück.

Insgesamt seien „stagnierende beziehungsweise leicht abnehmende Trends“ zu verzeichnen, heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Frage der Grünen. Jedoch schwankten die Mengen teils erheblich. So würden in niederschlagsreichen Jahren mehr Nähr- und Schadstoffe über Flüsse eingetragen, die in die Ostsee münden. Die Stoffe stammten vielfach aus Landwirtschaftsflächen.

Im Jahr 2016 gelangten der Antwort zufolge 11.943 Tonnen Stickstoff aus Deutschland in die Ostsee. Im Jahr 2006 waren es nach Daten des Umweltbundesamts (UBA) 15.327 Tonnen. Zwischenzeitlich gab es aber auch einen Spitzenwert von 28.873 Tonnen im Jahr 2007. Der niedrigste Wert in der Zehn-Jahres-Spanne waren 9630 Tonnen 2014. Bei Phosphor gab es von 2006 bis 2016 einen Rückgang von 437 auf 371 Tonnen. Ein zwischenzeitliches Hoch gab es 2011 mit 842 Tonnen und ein Tief mit 357 Tonnen 2014. Beim Schwermetall Blei lag der Eintrag 2006 bei 1,2 Tonnen, 2016 waren es 417 Kilogramm.

Wenn zu viele Nährstoffe in die Ostsee gelangen, ist dies ein Umweltproblem. Wird das Meer überdüngt, vermehren sich nach Angaben des UBA mikroskopisch kleine schwebende Algen und große, festsitzende Algen stark. Dadurch kann Licht im Wasser fehlen, der Abbau der Algen kann wiederum zu Sauerstoffmangel führen. „Beide Effekte senken die Qualität des Wassers“, heißt es beim UBA. Es treten demnach auch häufiger Blüten teils giftiger Algen sowie von Blaualgen auf. Algenteppiche driften dem Umweltamt zufolge auch immer wieder an die Strände Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins, so dass dort nicht gebadet werden kann.

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