Kuriose Forschung

Voodoo gegen den Chef: Ig-Nobelpreise verliehen

Akira Horiuchi (M) hält an der Universität Harvard seine Dankesrede für die Auszeichnung mit dem Ig-Nobelpreis in der Kategorie Medizinische Bildung. Foto: Howard Cannon/Improbable ResearchFOTO: Howard Cannon

Boston. Nierensteine in der Achterbahn, Fliegen im Wein und Menschen, die Schimpansen nachmachen: Zehn wissenschaftliche Studien, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregen“, sind an der US-Eliteuniversität Harvard mit den sogenannten „Ig-Nobelpreisen“ ausgezeichnet worden.

Die traditionell klamaukig-schrille Gala mit mehr als 1000 Zuschauern fand in der Nacht zum Freitag bereits zum 28. Mal statt. Wie jedes Jahr reisten auch diesmal echte Nobelpreisträger an, darunter der deutsche Physik-Nobelpreisträger von 2001, Wolfgang Ketterle.


Die undotierten Auszeichnungen sollen „das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren“. Zwischendurch fliegen bei der so ganz anderen anderthalbstündigen Preisverleihung Papierflieger durch die Luft, es gibt Sketche und bizarre Kurz-Opern.

Wissenschaftler aus den USA bekamen den Preis in der Kategorie Medizin, weil sie versucht hatten, durch Achterbahnfahren Nierensteine schneller auszuscheiden. „Die eigentliche Anerkennung gebührt aber einem meiner Patienten“, sagte Forscher David Wartinger in seiner Dankesrede. Dieser sei bei einem Besuch in einem Vergnügungspark immer wieder Achterbahn gefahren und habe danach jeweils einen Nierenstein ausgeschieden. Daraufhin hätten er und sein Kollege Marc Mitchell sich der wissenschaftlichen Erforschung des Themas angenommen, sagte Wartinger. Der Ig-Nobelpreis („ignoble“ heißt auf Deutsch „unwürdig“) wurde diesmal in Form eines Papierherzens verliehen.

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