Immobilien

Ärger wegen der Gefährte der anderen

Kinderwagen dürfen im Hausflur nicht angekettet werden, auch wenn sie noch so teuer waren. FOTO: Bundesgeschäftsstelle LBS

Berlin. Alles, was Räder hat und fahren soll, muss auch irgendwann irgendwo geparkt werden. Ist dieser Raum knapp, kann es zum Streit kommen.

Jedes Kind hat es, nahezu jeder Erwachsene und auch immer mehr Senioren: sein eigenes Gefährt. Was bei den einen der Roller, das Bobbycar und der Kinderwagen sind, das sind bei den anderen Fahrräder und in höherem Alter Rollatoren. All diese Fahrzeuge müssen aber auch irgendwo abgestellt werden, wenn sie nicht gerade in Gebrauch sind. Und an dem Punkt beginnt gelegentlich der Streit, der auch vor Gericht enden kann. Hier einige Urteile dazu.

Manchmal ist es gar nicht leicht, einen Kinderwagen ins Haus zu befördern. Aus diesem Grund beantragten Eltern den Anbau einer Rampe vor der Eingangstüre. Sie waren sogar bereit, die Kosten dafür zu übernehmen. Doch das Amtsgericht München (Az.: 481 C 21932/12, zurückgewiesene Berufung vor dem Landgericht München, Az.: 1 S 19913/13) entschied, die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) könne nicht gegen ihren Willen zur Duldung einer solchen Baumaßnahme verpflichtet werden. Eine Rampe bringe nämlich auch Gefahren mit sich – bei Glätte oder auch bei Umzügen könne jemand stürzen.

Kinderfahrräder und Roller sind zur Benutzung außerhalb von Haus und Wohnung gedacht. Wenn es Eltern zulassen, dass ihr Nachwuchs im Flur und in den Räumen ihrer Wohnung regelmäßig und begleitet von erheblicher Lautstärke damit herumfahren, dann muss das nicht hingenommen werden. Das Amtsgericht München (Az.: 281 C 17481/16) verpflichtete die Familie auf Antrag der WEG dazu, in den Stunden ab 20 Uhr für Ruhe zu sorgen. Geschehe das nicht, könne künftig ein Ordnungsgeld verhängt werden.

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