Schülerin

Erpressung mit Nacktbildern ist eine Straftat

Hamm/Bielefeld. Schon mit der Verbreitung intimer Bilder zu drohen, kann als Nötigung gelten, entschied ein Gericht in Hamm. Im verhandelten Fall hatte der Angeklagte versucht, eine Schülerin zu Sex zu zwingen.

Wer jemanden mit der Veröffentlichung von Nacktbildern droht, macht sich wegen sexueller Nötigung strafbar. Auch ohne einen persönlichen Kontakt könne die sexuelle Selbstbestimmung gefährdet sein, erklärte das Oberlandesgericht Hamm (AZ: 3 RVs 10/19 OLG Hamm).

In dem verhandelten Fall hatte ein heute 30-jähriger Angeklagte einer inzwischen 19-jährigen Schülerin gedroht, die von ihr übersandten Nacktbilder nicht nur bei Facebook zu veröffentlichen, sondern sie auch an ihrer Schule auszuhängen. Damit wollte der Mann nach Gerichtsangaben die Schülerin zu sexuellen Handlungen zwingen. Der Täter habe bereits durch die Drohung, die Nacktbilder der Schülerin zu veröffentlichen, eine strafbare Nötigung begangen, erklärte das Oberlandesgericht. Auch habe der Mann das Schutzgut der sexuellen Selbstbestimmung der damals noch minderjährigen Schülerin unmittelbar gefährdet.

Die Richter hoben damit ein Berufungsurteil auf und verwiesen das Verfahren zur erneuten Verhandlung an das Landgericht Bielefeld. Der Mann sei in einem vorangegangenen Berufungsurteil zu Unrecht freigesprochen worden, erläutert das Oberlandesgericht.

(epd)
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