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EU-DSVGO

Neuer Umzugsservice im Internet

Am 25. Mai tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Sie soll den transparenten Umgang mit persönlichen Daten stärken.FOTO: dpa-tmn / Andrea Warnecke

Saarbrücken. Wer von einem Online-Dienst zum anderen wechseln will, soll künftig problemlos alle persönlichen Daten mitnehmen können.

Einen neuen E-Mail-Anbieter zu wählen und dort automatisch die alten Adressen zur Verfügung zu haben oder von dem Musikstreaming-Dienst Google Play Music auf Apple Music umzusteigen und sofort auf alle Wiedergabelisten (Playlist) zugreifen zu können, das ist bislang ein Problem. Viele Internetnutzer schrecken daher davor zurück, zu einem anderen Online-Dienst zu wechseln, weil es ihnen zu mühsam erscheint, alle persönlichen Daten und Kontakte händisch einzugeben. Das soll sich ab dem 25. Mai ändern. Dann tritt die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft.

Nutzer sollen Unternehmen künftig anweisen können, ihre personenbezogenen Daten automatisch an einen anderen Anbieter zu übertragen („Datenportabilität“).  Das habe viele Vorteile. So werde der digitale Umzug Verbrauchern sehr viel einfacher gemacht, resümiert Rechtsexperte Nicolas Maekeler vom Fachmagazin „c’t“. Außerdem belebe die neue Verordnung den Wettbewerb und wirke der Monopolisierung von großen Anbietern entgegen. Doch wie dieser Datenwechsel tatsächlich umgesetzt werden soll, das ist weiter unklar. Sowohl für Nutzer als auch für die Unternehmen sei die DSGVO eine riesige Herausforderung, meint Maekeler. Auch die Behörden, die keine Leitlinien vorgeben konnten, seien verunsichert.

Nutzer, die ihre Daten bei einem Anbieter hinterlassen haben, sollen ab dem 25. Mai auch verlangen können, dass ihre Daten in einem strukturierten, maschinenlesbaren Format übermittelt werden. Etwa bei einer Versicherung, wenn es darum geht, Stammdaten und Schadensfreiheitsklasse zu übermitteln. „Was aber wird bei sozialen Netzwerken?“, fragt Maekeler. „Da gibt es eine Unmenge von Daten, was wird alles mit umziehen? Nur die Kontakte oder auch die Chats? Und was ist mit den personenbezogenen Daten Dritter? Können die auch ohne Weiteres übermittelt werden?“ Auch hier fehlen nach Ansicht des Experten die Erfahrungen.

Gleichzeitig gibt der Anwalt zu bedenken, die neue Datenübertragbarkeit sei nicht nur positiv als Mittel gegen Monopolisierung oder als bessere Kontrolle für den Verbraucher zu werten. „Man muss sich vergegenwärtigen, dass Daten, die ich übertrage, gleichzeitig vervielfältigt werden. Denn indem die Nutzer ihr neues Recht wahrnehmen, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie beim alten Anbieter gelöscht werden.“ Die Daten seien beim alten Anbieter so lange gespeichert, bis Nutzer die Einwilligung widerrufen. „Durch einen Umzug wird das Vertragsverhältnis nicht beendet. Das muss jedem klar sein.“

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