Automobil

Der Bus kommt nur bei Bedarf

Zwei Kleinbusse waren beim Forschungsprojekt in Schorndorf im Einsatz: „Gottlieb“, ein Hybrid-Bus mit acht Plätzen, sowie „Barbara“, eine barrierefreie Diesel-Version mit zehn Sitz- und zwölf Stehplätzen.FOTO: Gundel Jacobi

Schorndorf. In Schorndorf in Baden-Württemberg wurde zehn Monate lang getestet, ob ein öffentlicher Nahverkehr praktikabel ist, wenn die Busse nur auf Bestellung der Nutzer fahren.

Hier fahren die Busse nicht nach Fahrplan, sondern nur wenn die Fahrgäste es wollen. Im europaweit einmaligen Forschungsprojekt „Reallabor Schorndorf“ wurde mit zahlreichen Organisationen sowie den Bürgern der baden-württembergischen Stadt ein flexibles Bussystem entwickelt und getestet. Nach drei Jahren Gesamtprojekt ziehen die Beteiligten eine positive Bilanz.

Während der zehn Monate Praxisbetrieb von März bis Dezember 2018 bediente der Bedarfsbus zwei reguläre Buslinien. Neben den bisherigen Haltestellen gab es mehr als 200 potenzielle Ein- und Aussteigeorte. Für die Nutzer bedeutete dies: kürzere Fußwege, neue Direktverbindungen und mehr Flexibilität, gerade auch in Zeiten niedriger Auslastung.

Das flexible Bussystem aufgebaut haben Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit der Schorndorfer Bürgerschaft und dem Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart samt örtlichem Linienbusbetrieb. Gefördert wurde das Projekt vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, um zukunftsfähige Lösungen für Herausforderungen in Ballungsräumen zu erproben.

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