Wann Harndrang vor einem Fahrverbot schützt

Blasenschwäche im Auto: Darf man ohne Risiko aufs Tempo drücken?

Vom Blitzer erwischt - das wird teuer. Symbolfoto. FOTO: Karl-Josef Hildenbrand / picture alliance / dpa

Hamm. Wer dringend auf die Toilette muss, der hat es eilig. Aber trotzdem sollte man sich im Straßenverkehr ans Tempolimit halten. Denn Harndrang schützt normalerweise nicht vor Strafe. Aber es kann Ausnahmen geben.

Wer in Folge einer schwachen Blase plötzlich starken Harndrang verspürt und deswegen die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreitet, der muss mit den rechtlichen Konsequenzen leben. Wenn er so schnell unterwegs war, dass nach dem Bußgeldkatalog ein Regelfahrverbot zu verhängen ist, dann ist regelmäßig auch ein Fahrverbot auszusprechen. Ob die konkrete Situation im Zuge der Blasenschwäche ausnahmsweise ein Absehen vom Fahrverbot rechtfertigt, hat der Bußgeldrichter im Einzelfall festzustellen. Auf diese Rechtslage hat das Oberlandesgerichts Hamm in einer Bußgeldsache hingewiesen, die getreu dieser Linie nun vom Amtsgericht Paderborn erneut zu verhandeln ist.

Mann (61) muss auf Toilette und ist deutlich zu schnell unterwegs

Der seinerzeit 61 Jahre alte Betroffene aus Paderborn fuhr im Februar 2017 mit seinem Audi auf einer Bundesstraße. Er überschritt dabei die außerorts zulässige Höchstgeschwindigkeit um 29 Stundenkilometer. Und es war nicht das erste Mal. Bereits im November 2016 hatte er wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 28 Stundenkilometern außerorts ein Bußgeld kassiert. Damit war in seinem Fall eine Vorschrift des Bußgeldkatalogs zum so genannten Regelfahrverbot anwendbar.

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