Richter verhängen Haftstrafe ohne Bewährung

Ehrenamtlicher Mitarbeiter von Tafel geschlagen und bespuckt

Lebensmittel werden in die Ausgabestelle einer Tafel einsortiert. Symbolfoto. FOTO: Roland Weihrauch / dpa

Hamm. Zoff bei der Essensausgabe: Ein Nutzer einer Tafel wollte sich selbst bedienen und bekam Streit mit ehrenamtlichen Helfern. Dabei wurde er handgreiflich. Deshalb muss er nun ins Gefängnis.

Wegen Körperverletzung und Beleidigung muss ein 37 Jahre alter Mann für fünf Monate ins Gefängnis. Der 4. Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm hat die entsprechende Verurteilung des Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung bestätigt. Das zuständige Amtsgericht hatte die Strafe gegen den Angeklagten verhängt, weil er bei der Essensaufgabe einer Tafel eine Körperverletzung und Beleidigung zum Nachteil eines ehrenamtlichen Helfers verübt hat.

Mann will sich selbst bedienen und durchwühlt Brotkorb

Der heute 37 Jahre alte Angeklagte lebt in Höxter. Er erhält staatliche Unterstützung und bezog gelegentlich Lebensmittel von der Tafel vor Ort. Im April 2017 ging er dort hin, um für sich und seine Frau Lebensmittel zu besorgen. Bei der Ausgabe der Lebensmittel bedienen sich die Betroffenen nicht selbst. Sie sagen vielmehr den ehrenamtlichen Helfern, welche Lebensmittel sie wünschen und erhalten diese dann ausgehändigt. Am Tattag wollte der Angeklagte darauf offenbar nicht warten. Er begann in einem in der Lebensmittelausgabe aufgestellten Brotkorb zu wühlen.

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