Rund 411 000 Euro von der Firma abgezweigt

Frühere Buchhalterin von Villeroy & Boch wegen Untreue verurteilt

Der Zugriff auf fremdes Geld verlockt oft zu Straftaten. Symbolfoto. FOTO: Jens Wolf / dpa

Saarbrücken/Merzig. Eine Ex-Mitarbeiterin von V&B hat den Merziger Fliesenhersteller um 411 000 Euro geprellt. Sie leitete die Firmengelder auf Privatkonten um. Das Ganze ging lange Zeit gut und fiel erst nach vier Jahren auf.

Wegen Untreue in 28 Fällen hat das Landgericht Saarbrücken eine 51 Jahre alte Frau zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Die französische Staatsangehörige hatte als kaufmännische Angestellte des Merziger Fliesenherstellers Villeroy & Boch zwischen 2011 und 2014 insgesamt rund 411.000 Euro von Firmenkonten abgezweigt. Das Geld landete auf Privatkonten in Frankeich.

Gericht: Gelegenheit macht Diebe

Die Angeklagte hatte zum Prozessauftakt vor Gericht ein umfassendes Geständnis abgelegt. Dabei schilderte sie im Detail, wie sie über Jahre ihre besondere Vertrauensstellung als Gruppenleiterin in der Buchhaltung bei V&B zur Untreue im großen Stil ausnutzte. Diese Form der „Tatbegehung war offenbar relativ einfach möglich“, so das Fazit der Vorsitzenden Richterin in der mündlichen Urteilsbegründung: „Und wenn etwas leicht ist, dann wird es auch gemacht.“ Dies sei der altbekannte Satz: „Gelegenheit macht Diebe.“

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