Gericht urteilt über Rechte von Facebook

Den Hass im Internet stoppen: Richter stärken Facebook den Rücken

Der Hass aus dem Internet kommt bis nach Hause. Symbolfoto. FOTO: dpa / Oliver Berg

Heidelberg. Hass im Internet stört den sachlichen Dialog, fördert die Ausgrenzung von Menschen und kann Gewalt in der realen Welt schüren. Facebook darf deshalb Hassreden löschen und entsprechende Nutzerzugänge sperren.

Eigentlich ist es ganz einfach: Jeder Mensch hat Respekt verdient. Das gilt unabhängig von persönlichen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung. Und wer für sich selbst Respekt einfordert, der sollte ihn auch gegenüber den anderen Menschen üben. Logisch.


Eine Frage des Respekts vor den Mit-Menschen

Aber leider klappt das mit der Logik im alltäglichen Leben häufig nicht mehr so richtig. Da wird lauthals Respekt für einen selbst eingefordert - und der andere wird verbal mit Füßen getreten. Das muss man nicht schlucken. Dagegen kann man etwas tun. So wie das Landgericht Heidelberg in einem aktuellen, vom Rechtsportal Juris veröffentlichten Urteil. Darin stärken die Richter dem sozialen Netzwerk den Rücken und stellen klar: Facebook darf Hassreden löschen, die andere Personen aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit, der Herkunft oder der religiösen Zugehörigkeit angreifen. Außerdem darf Facebook den Account des Verfassers oder der Verfasserin sperren (Az.: 1 O 71/18).

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