Sparbuch der Kinder ist tabu

Urteil: Vater durfte kein Geld vom Sparbuch seiner Tochter abheben

Ein Sparschwein auf einem Sparbuch der Berliner Sparkasse. Symbolbild. FOTO: dpa / Jens Kalaene

Coburg. Sehr viele Eltern haben eine Vollmacht über das Sparbuch oder Sparkonto ihrer minderjährigen Kinder. Das bedeutet aber nicht, dass die Eltern mit dem Geld der Kleinen machen können, was sie wollen. Dazu unser Rechts-Tipp.

Coburg. Finger weg vom Geld der minderjährigen Kinder auf deren Sparbüchern oder Sparkonten. Dieses Geld gehört in der Regel den Kindern und nicht den Erwachsenen. Das gilt auch dann, wenn jemand eine Vollmacht über das Sparkonto haben sollte. Das macht ihn lediglich zu dessen Verwalter im Interesse des Kindes - und nicht zum Eigentümer des Geldes. Wir schwer die Abgrenzung im Einzelfall sein kann, zeigte ein Urteil des Landgerichts Coburg aus dem Jahr 2010. Es hat damals einen Vater zur Rückzahlung von 1600 Euro an seine Tochter verurteilt. Der Mann hatte dieses Geld zuvor vom Sparbuch der minderjährigen Tochter ohne deren Einverständnis abgehoben.

Tochter wird volljährig und klagt gegen den Vater


Das wollte das Mädchen nicht auf sich sitzen lassen. Als sie volljährig wurde, klagte sie gegen ihren Vater auf Rückzahlung der 1.600 Euro. Die Richter stellten daraufhin laut Rechtsportal Juris fest: Das Geld hatte sich ursprünglich auf einem Sparbuch auf den Namen der Tochter befunden. Sie wusste von diesem Sparbuch. Beim dort eingezahlten Geld handelte es sich beispielsweise um Konfirmations-, Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke. Der Vater hatte das Sparbuch von Beginn an in seinem Besitz. Und er hob von diesem Sparbuch 1.600 Euro ab. Im Prozess behauptete der Mann, das abgehobene Geld nach und nach an die Mutter des Mädchens ausgezahlt zu haben, um Anschaffungen finanzieren zu können. Das konnte er aber nicht beweisen. Darüber hinaus meinte der Vater, dass er als Erziehungsberechtigter über das Geld verfügen dürfe.


top