Schmerzensgeld nach Klinikaufenthalt

Operation an Wirbelsäule nicht zwingend: Arzt muss genau aufklären

Ein Chirurg bei einer Operation an der Lendenwirbelsäule. Symbolfoto. FOTO: dpa / Felix Kästle

Hamm. Jahrelange Rückenschmerzen. Und ein Patient hat die Wahl zwischen Operation und konservativer Behandlung. Der Mann wählt die Operation und danach ist alles schlimmer. Nun muss der Arzt zahlen.

Das Oberlandesgericht Hamm hat einen Belegarzt zur Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld an einen früheren Patienten verurteilt. Der Mediziner habe seine Beratungspflichten gegenüber dem Mann verletzt, hieß es zur Begründung. Er habe zu einer Operation an der Wirbelsäule geraten, obwohl diese nicht zwingend erforderlich gewesen sei, so die Richter. Wenn aber lediglich eine solche relative Indikation zur Vornahme eines operativen Eingriffs bestehe, dann müsse ein Patient dezidiert mündlich über die echte Alternative einer konservativen Behandlung aufgeklärt werden.

Rückenschmerzen über Jahrzehnte


Der betroffene Patient wurde im Jahr 1951 geboren. Er litt seit Ende der 1980er Jahre an Rückenschmerzen. Im Juli 2010 ging er wegen therapieresistenter Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich in das Krankenhaus, in dem der Mediziner als Belegarzt tätig war. Nach einigen Tagen stationären Aufenthalts mit einer konservativen Behandlung führte der Arzt nach einem erstellten CT (Computertomographie) ein Aufklärungsgespräch mit dem Patienten. Darin riet er dem Mann zu einer operativen Versorgung des verengten Wirbelkanals der Lendenwirbelsäule.

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