Richter urteilen über Haarausfall

Männer mit Glatze: Muss die Krankenkasse für eine Perücke bezahlen?

Skinheads tragen freiwillig Glatzkopf. Symbolfoto.FOTO: dpa/dpaweb / Bernd Thissen

Kassel. Männer mit Glatze wirken maskulin und selbstbewusst. Das sagt eine aktuelle Studie aus den USA. Aber nicht jeder Mann findet seine Glatze schön. Manch einer will deshalb mit einem Haarteil optisch Abhilfe schaffen. Gelegentlich geht das sogar auf Kosten der Krankenkasse.

Wann bekommt ein Mann auf Kosten der Krankenkasse eine Perücke? Antwort: Wenn der Bedarf auf ein künstliches Haarteil im konkreten Fall etwas mit einer Krankheit zu tun hat. Das hat das Bundessozialgericht vor einiger Zeit im Fall eines Rentners aus Rheinland-Pfalz klargestellt. Dessen Klage auf Kostenübernahme bei seinem Haarteil wurde zwar abgewiesen, weil der 76-Jährige keinen Anspruch gegen die AOK auf Versorgung mit einer Perücke habe.


Haarverlust bei Männern nicht zwingend krankhaft


In der weiteren Urteilsbegründung wurden die Richter aber grundsätzlich und stellten fest: Der typisch männliche Verlust des Kopfhaares sei weder eine Krankheit noch eine Behinderung im Sinne der Vorschriften, in denen die Versorgung mit Hilfsmitteln auf Kosten der Krankenversicherung beschrieben wird. Ein darüber hinausgehender Haarverlust, der unter anderem auch die Brauen, Wimpern und den Bartwuchs umfasst (Alopecia areata universalis), könne jedoch bei einem jungen Mann eine Krankheit darstellen. In einem solchen Fall könnten Perücken ein Hilfsmittel sein, das von den gesetzlichen Kassen zu finanzieren sei.

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