Eltern klagen gegen Grundschule

Zu viele Problemkinder? Eltern wollen andere Schulklasse für Tochter

Unterricht in einer Grundschulklasse. Symbolfoto. FOTO: Felix Kästle / dpa

Hannover. Eltern wollen in der Schule nur das Beste für ihre Kleinen. Wenn Migrantenkinder oder leistungsschwache Kinder in einer Klasse mit dem eigenen Nachwuchs sind, dann sehen manche Eltern rot. Sie begreifen diese Mitschüler nicht als Chance, soziales Verhalten zu lernen, sondern als Hemmschuh für ihr Kind und ziehen vor Gericht.

Eltern können sich nur unter ganz engen Voraussetzungen gegen die Zuweisung ihrer Kinder zu eine bestimmten Grundschulklasse wehren. Der Einwand, dass in der besagten Klasse angeblich zu viele Kinder mit Migrationshintergrund oder zu viele leistungsschwache Kinder sind, genügt dafür in der Regel nicht. Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover. Es hat den entsprechenden Eilantrag gegen eine Grundschule abgelehnt und deren Zuweisung einer Schülerin zu einer bestimmten Grundschulklasse als rechtmäßig gewertet.

Klasse mit 16 Schülern und Schülerinnen

Die betroffene Schülerin besuchte im Schuljahr 2016/2017 die Klasse 1b der besagten Schule. In diesem Schuljahr führte die Schule den ersten Schuljahrgang zweizügig in zwei Klassen mit jeweils sechsundzwanzig Kindern. Für das kommende Schuljahr 2017/2018 kommen vier weitere Schülerinnen und Schüler dazu. Deshalb beschloss die Schule eine Teilung der (bisherigen) Klassen 1a und 1b und die Schaffung eines neuen dritten Klassenverbandes, der Klasse 2c mit insgesamt sechzehn Schülerinnen und Schülern. Die betroffene Schülerin wurde dieser Klasse 2c zugeteilt. Sie wehrt sich dagegen mit der Begründung, dass der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im Vergleich zu den Klassen 2a und 2b überdurchschnittlich hoch sei. Außerdem seien der Klasse 2c fast nur leistungsschwache Schüler zugeteilt worden.

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