Urteil des Bundesverwaltungsgerichts

Jäger haben kein Recht auf den Erwerb von Schalldämpfern

Ein Jäger mit Gewehr im Sonnenuntergang. Symbolfoto. FOTO: picture alliance / dpa / Patrick Pleul

Leipzig. Das Waffengesetz will die Gesellschaft so weit wie möglich vor Schusswaffen mit Schalldämpfern schützen. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts gilt dieser Grundsatz auch mit Blick auf Jäger und Schalldämpfer für deren Gewehre

Jäger haben keinen Anspruch darauf, dass ihnen der Erwerb eines Schalldämpfers für ihre Jagdwaffen gestattet wird. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden (Az.: 6 C 4.18).

Der Betroffene ist Inhaber eines Jahresjagdscheins. Er wohnt in Berlin und übt die Jagd in einem Revier in Brandenburg aus. Er will dort mit einer schallgedämpften Jagdwaffe auf Wild schießen. Damit will er Schädigungen seines Gehörs durch den lauten, über der Schmerzgrenze liegenden Mündungsknall beim Abfeuern der Waffe ausschließen. Aber so ein Schalldämpfer ist nicht frei erhältlich. Also beantragte der Jäger, ihm die Erlaubnis für den Erwerb eines Schalldämpfers für seine Jagdlangwaffen zu erteilen.

Der Polizeipräsident in Berlin lehnte ab. Der Jäger legte Widerspruch ein - ohne Erfolg. Also klagte er vor dem Verwaltungsgericht. Aber das gab der Behörde in erster Instanz Recht. Die Richter gehen nämlich davon aus, das auch Jäger für den Erwerb eines Schalldämpfers für ihre Jagdlangwaffen eine gesonderte Erlaubnis benötigen, deren Erteilung ein waffenrechtliches Bedürfnis voraussetze. Der Schutz des Gehörs der Jäger könne ein solches Bedürfnis aber nicht begründen, so das Gericht.

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