Urteil im Strafprozess

Frau stirbt bei Streit in Perl: Bewährungsstrafe für den Nachbarn

(Symbolbild) FOTO: dpa / Oliver Dietze

Saarbrücken. Tödliche Gewalt nach einer alltäglichen Situation: Er fährt sein Auto aus der Garage, sie kommt mit den Einkäufen nach Hause. Es gibt Streit. Und am Ende liegt sie leblos im Steingarten eines Nachbarhauses.

Wegen fahrlässiger Tötung einer Nachbarin hat das Landgericht Saarbrücken einen 53 Jahre alten Luxemburger zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis mit Bewährung verurteilt. Der Angeklagte hatte beim Ausparken seines Autos auf der Straße Streit mit der 52 Jahre alten Frau von schräg gegenüber bekommen. Es gab ein Handgemenge. Dabei wurde die Frau bewusstlos und so schwer verletzt, dass sie zwei Tagen später in einer Klinik an den Folgen starb.

Fazit der Richter: „Aus einer Lappalie hat sich ein Geschehen entwickelt, das zum Tod eines Menschen und zu viel Leid bei den Angehörigen geführt hat.“ Im Einzelnen: Seit dem Jahr 2001 habe der Angeklagte mit seiner Frau in dem Neubaugebiet in Perl gelebt. Zunächst hätten sie ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn von schräg gegenüber gehabt. Aber das habe sich mit der Zeit völlig gedreht zu einem höchst angespannten nachbarschaftlichen Verhältnis inklusive wechselseitiger Strafanzeigen. Dieses sei am 13. November 2017 gegen 17.30 Uhr eskaliert. Damals habe der Angeklagte seinen Mercedes Geländewagen aus der Garage gefahren. Gleichzeitig sei die Nachbarin mit Einkaufstüten, Tasche und Schirm zu Fuß von der Arbeit gekommen.

Aus irgendeinem Grund habe sich die Frau provoziert gefühlt – vielleicht kam das Auto zu schnell, vielleicht versperrte es ihr den Weg. Jedenfalls habe sie ihre Taschen abgestellt und laut schimpfend mit der Hand gegen die Beifahrerseite des Autos geschlagen. Der Angeklagte sei ausgestiegen, um sie zur Rede zu stellen. Daraufhin – so die Richter weiter – habe die Frau Steine aus dem Steingarten eines Nachbarn genommen und auf das Auto sowie den Mann geworfen. Er sei am Auge verletzt worden und habe sich gewehrt. Bei dem anschließenden Gerangel seinen beide in den Steingarten gefallen. Dort habe der Angeklagte die Frau auf dem Boden fixiert, er habe dabei auch mit einer Hand gegen ihren Mund gedrückt. Und schließlich habe er sie mit seinem Gewicht auf dem Knie gegen ihren Brustkorb gedrückt. Diese Haltung habe er beibehalten, bis die Frau sich nicht mehr rührte. Erst da habe er von ihr abgelassen.

top