Haftstrafe nach Angriff auf Busfahrer

Die Furcht des Busfahrers vor dem nächsten Fahrgast

Der Busfahrer leidet bis heute unter den Folgen des Angriffs: Schlaflosigkeit und Panikattacken plagen ihn. Symbolfoto: Hildenbrand/dpaFOTO:

Saarbrücken. Weil ein Busfahrer einen Mann mit einer Dose Bier nicht einsteigen lassen wollte, wurde er mit einem Messer angegriffen. Unter den Folgen der Attacke leidet der Fahrer bis heute.

Wegen Körperverletzung und Beleidigung hat das Landgericht einen 34 Jahre alten Mann aus Saarbrücken zu acht Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte hatte am 21. Februar 2017 an einer Haltestelle in der Saarbrücker Innenstadt einen Busfahrer wüst beschimpft, bespuckt und mit einem Messer angriffen. Zum Glück konnte der Fahrer des Linienbusses den Angriffen ausweichen und verletzte sich physisch lediglich an der Hand. Die psychischen Folgen der Tat dürften schwerer wiegen. Derzeit leidet der dienstunfähige Busfahrer an Angstzuständen, Schlaflosigkeit und gelegentlichen Panikakttacken. Ob er seinen Beruf in Zukunft ohne Angst ausüben kann, ist noch ungewiss.

Der 47-jährige Berufskraftfahrer sagte dazu als Zeuge vor Gericht: Der Angreifer habe sein Leben bedroht. „Dabei ging es doch nur um eine Dose Bier.“ Er habe lediglich zu der Freundin des Angeklagten beim Einsteigen gesagt, dass diese nicht mit einer offenen Dose Bier in seinen Bus mitfahren könne. Daraufhin habe sich der 34-Jährige eingemischt und sei unflätig geworden. Was dann geschah, das ergibt sich aus den Schilderungen des Busfahrers und den Aufzeichnungen der Videoüberwachung in dem Bus der Linie 106.

Der Angeklagte beschimpfte demnach den 47-Jährigen, ging auf ihn los und spuckte ihm an Hals und Oberkörper. Der Fahrer stand auf und konnte den Angreifer zurückdrängen. Der zog sich in den hinteren Teil des Busses zurück. Dort öffnete der 34-Jährige die Tür über die Notentriegelung und ging raus aus dem Bus. Auch der Fahrer stand auf und ging in die noch offene vordere Einstiegstür. Als er dort auf der obersten Treppenstufe stand, kam der Angeklagte von hinten seitlich am Bus vorbei und seine Hand mit einem Messer bewegte sich quasi im Halbkreis in Richtung des Busfahrers. Der wich blitzschnell zurück und drehte sich dabei um die eigene Achse mit einer Hand an einer Haltestange des Busses. So weit die Videoaufzeichnung der Überwachungskameras, die vor Gericht abgespielt wurde.

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