Strafprozess am Landgericht

Schwarzarbeit in der häuslichen Pflege: Haftstrafen für Ehepaar?

Viele Menschen brauchen Pflege rund um die Uhr. Symbolfoto. FOTO: dpa / Oliver Berg

Saarbrücken. Ein Personal-Büro soll jahrelang rumänische Pflegekräfte an Hilfebedürftige vermittelt haben. Auf dem Papier schien alles legal zu sein. Aber in Wahrheit ging es um Schwarzarbeit.

Wegen Steuerhinterziehung und Nichtabführens von Sozialabgaben in Millionenhöhe muss sich ein deutsch-rumänisches Paar vor dem Landgericht verantworten. Der Mann (51) und die Frau (38) legten am ersten Prozesstag Geständnisse ab. Demnach haben sie zwischen 2011 und 2014 für rumänische Pflegekräfte, die sie an Kunden vermittelten, die Sozialabgaben von 824 000 Euro nicht abgeführt. Zudem wurden 276 000 Euro Umsatzsteuer nicht gezahlt.

Späteres Paar lernte sich in Rumänien kennen


Das Paar hatte sich 2004 kennen gelernt. Damals suchte der Deutsche, der keinen Beruf gelernt und sich als Croupier, Verkäufer und Betreiber eines Wettbüros versucht hatte, in Rumänien eine mehrsprachige Aushilfskraft. Es meldete sich die Lehrerin für Fremdsprachen. Aus dem Ferienjob wurde eine Liebesbeziehung. Als eine Angehörige krank wurde und man eine Pflegerin aus Rumänien suchte, kam das Paar mit Wohnsitz in der Saarbrücker Grenzregion auf sein Geschäftsmodell.

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