Vergewaltigungs-Prozess endet mit Freispruch

Vergewaltigung: Was Opfer tun können, damit Täter verurteilt werden

Eine Mitarbeiterin der Polizei bereitet eine Probe zur Analyse vor. SymbolfotoFOTO: dpa / Sven Hoppe

Saarbrücken. Im Zweifel für den Angeklagten. Dieser Grundsatz gilt auch in Fällen von angeblicher Vergewaltigung. Trotzdem sind die Opfer nicht hilflos. Sie können etwas zur Verurteilung der Täter beitragen. Zum Beispiel, wenn sie so früh wie möglich zum Arzt gehen.

Das Landgericht Saarbrücken hat einen 41 Jahre alten Angeklagten vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Der Mann hatte von Anfang an bestritten, dass er eine acht Jahre jüngere Bekannte im Dezember 2016 in seiner Wohnung geschlagen und zum Geschlechtsverkehr gezwungen habe.

Aussage der Frau steht gegen Aussage des Mannes


Die Frau, die zeitweise eine sporadische sexuelle Beziehung zu dem Mann unterhielt, hatte im Mai 2017 bei der Polizei und nun auch vor Gericht von dem sexuellen Übergriff berichtet. Demnach habe sie den Angeklagten am Tattag besucht und sei auf dem Sofa eingeschlafen. Irgendwann habe er sie aufgeweckt und Sex verlangt. Als sie „nein“ sagte, habe er sie geschlagen, ins Schlafzimmer gezerrt und weiter tätlich angegriffen. Daraufhin habe sie aus Angst mit dem Mann geschlafen. Der sagte dazu vor Gericht sinngemäß: „Ich habe ihr nichts getan. Und vergewaltigt habe ich sie erst recht nicht.“

top