Wie weit geht die Aufsichtspflicht der Eltern

Kleiner Junge verursacht Überschwemmung im Badezimmer: Wer zahlt?

Eine ganz normale Rolle Toilettenpapier. Symbolfoto.FOTO: picture alliance / dpa / Martin Gerten

Düsseldorf. Wenn Kinder etwas falsch machen, dann müssen ihre Eltern unter Umständen für den Schaden gerade stehen. Aber nur dann, wenn sie ihre Aufsichtspflicht über die Kleinen missachtet haben. Und diese Aufsichtspflicht hat Grenzen. Dazu ein aktueller Fall.

Nachdem ein Kleinkind eine Überschwemmung im heimischen Badezimmer verursacht hat, müssen seine Eltern nicht automatisch für den Schaden gerade stehen. Sie müssten nur dann haften, wenn sie ihre Aufsichtspflicht über das Kind verletzt haben. Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf klargestellt. Im konkreten Fall verneinte das Gericht eine entsprechende Pflichtverletzung. Motto: Die Eltern eines dreieinhalbjährigen Kindes begehen keine Aufsichtspflichtverletzung, wenn ihr Kind alleine schlafen gelegt wird, dann unbeobachtet aufsteht, zur Toilette geht und im Bad einen Wasserschaden verursacht (Az.: I-4 U 15/18).

Sohn geht zur Toilette: Zu viel Papier, zu viel Wasser


Im konkreten Fall war der dreieinhalb Jahre alte Sohn mit einem Hörspiel schlafen gelegt worden. Zwischen 19 und 20 Uhr war er unbemerkt wieder aufgestanden und zur Toilette gegangen. Dabei benutzte er solche Mengen Toilettenpapier, dass der Abfluss verstopfte. Dazu kam ein weiteres Problem: Auf Grund der Beschaffenheit des Spülknopfes der Toilette konnte sich dieser leicht verhaken, wenn er nicht in einer bestimmten Weise bedient wurde. Das passierte dann auch und nach der Benutzung der Toilette durch das Kind lief ununterbrochen Wasser nach. Es verteilte sich über den Boden und tropfte schließlich aus der Decke der darunter liegenden Wohnung.

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