Nach erneutem Vulkanausbruch

Die launische Super-Mamma Siziliens

Der Ätna ist Siziliens Fluch und Segen. Die Einwohner fürchten seine Ausbrüche, doch zieht der Berg auch viele Touristen an und sorgt zusammen mit Siziliens Klima für eine blühende Landwirtschaft. FOTO: dpa / Orietta Scardino

Catania. Der Vulkan Ätna zieht jedes Jahr hunderttausende Touristen an. Die Einwohner der Insel haben zu dem Feuerberg ein zwiespältiges Verhältnis. Für sie ist er Lebensgrundlage und Bedrohung zugleich.

Seit mehr als einer Woche wirft der größte europäische Vulkan Ätna auf Sizilien wieder schwarze Asche, glühendes Gestein und schwefelhaltige Rauchschwaden in die Luft. Kleinere Erdbeben sorgten dafür, dass zahlreiche Gebäude beschädigt und rund 400 Menschen obdachlos wurden. Die italienische Regierung hat den Notstand ausgerufen, um schneller vor Ort helfen zu können. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich noch weitere Erdbeben ereignen und in den bereits schwer getroffenen Ortschaften weitere Schäden verursachen“, sagt der Vulkanologe Boris Behncke vom Italienischen Institut für Geophysik und Vulkanologie in der Provinzhauptstadt Catania.

Derzeit habe sich der Vulkan zwar weitgehend beruhigt, auch der Lavastrom von der Bergflanke sei mittlerweile versiegt. Doch die seismische Tätigkeit befinde soch noch nicht wieder auf Normalniveau, erklärt Behncke. „Kleinere Erdbeben ereignen sich immer noch alle paar Stunden in verschiedenen Bereichen des Berges“, warnt der Ätnaexperte.

 Der Feuer speiende Berg hat einen Umfang von rund 140 Kilometern und besitzt vier Hauptkrater. Kleinere Ausbrüche sind die Sizilianer zwar gewohnt. Die Angst aber, dass der Vulkan eines Tages einen ganzen Landstrich verwüsten könnte, sitzt den Einheimischen im Nacken.

(epd)
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