Reise

Zu Besuch an Portugals Kabeljau-Küste

Nicht jeder, der Fische fangen will, braucht zwingend ein Boot. An Portugals Kabeljau-Küste sind häufig Strandangler zu beobachten. FOTO: Helge Sobik

Furadouro. Nur wenige Touristen verirren sich in den Fischerort Furadouro. Wer es doch tut, wird mit frischem Fisch und langen Sandstränden belohnt.

Aus der Lagune löst sich gerade der Morgennebel, und die ersten Strahlen der Sonne bemalen die Rümpfe der seltsam langen, schmalen Holzboote, die dort im seichten Wasser liegen. Das Licht des neuen Tages bringt ihre Farben zum Leuchten, als knipste es die Schiffchen an: das satte Gelb, das kräftige Grün, den roten Streifen unterhalb der Reling. Wie venezianische Gondeln sehen sie aus und sind nur wenig größer als diese.

Die Fischer sind bereits auf den Beinen, halten Angeln über Bord oder bringen ihre Netze im Brackwasser aus. Die Szenerie hat etwas Zeitloses, ist irgendwie aus der Welt gefallen. Aus der Gegenwart scheint nur das Post-Auto zu sein, das die Uferstraße entlangsurrt. Von irgendwoher bellt ein Hund, und irgendjemand pfeift ein Lied, dessen Melodie der leichte Wind neu sortiert.

Am Horizont, drüben am gegenüberliegenden Ufer, sind die Dächer von Aveiro sichtbar, in der Ferne befinden sich die Kai-Anlagen der portugiesischen Hochsee-Fischereiflotte von Ilhavo. Hunderte Schiffe sind früher von hier aus zum fünf Monate langen Kabeljau-Fang quer über den Atlantik vor die Küsten von Neufundland gestartet.

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