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So hässlich macht Zigarettenqualm

Blick in die Zukunft: Diese zusammengefügten Fotos simulieren die Effekte des Alterns am Beispiel des Gesichts einer jungen Frau, die zum Zeitpunkt der Aufnahme 18 Jahre alt ist. Wie sie in 15 Jahren aussehen könnte falls sie täglich eine Schachtel Zigaretten raucht, zeigt der linke Teil des Bildes. Auf der rechten Seite hat das Computerprogramm Smokerface dagegen den natürlichen Alterungsprozess simuliert. FOTO: titus brinker / smokerface

Heidelberg. Rauchen und zu viel UV-Licht lassen unser Gesicht im Zeitraffer altern. Wie schlimm das wird, zeigt eine Smartphone-App.

Dass Rauchen tödlich ist, steht auf jeder Packung. Dass Zigarettenrauch das größte Gesundheitsrisiko unserer Zeit ist, auch das ist bekannt. Doch diese Warnung dringt in Deutschland offenbar nicht so recht durch. Mit über 16 Millionen Rauchern bleibt das Land in den Top Ten der qualmenden Nationen. Wer daran etwas ändern will – gerade bei der Jugend –, muss deshalb auch auf andere Argumente setzen, sagt Dr. Titus Brinker. Denn Rauchen ist nicht nur ungesund, es macht auch hässlich.

Titus Brinker ist 27 Jahre alt und im Hauptberuf Arzt. In seiner Freizeit entwickelt er Computerprogramme. Der programmierende Mediziner hat die Smartphone-App Smokerface entwickelt, die zeigt, wie sich ein Rauchergesicht über die Jahre verändert. Und das ist nicht schön anzuschauen. Ein Selfie genügt und die Zeitmaschine der App dreht die Uhr des Lebens um eineinhalb Jahrzehnte vor und simuliert die Hautalterung mit und ohne Zigarette. Schon Nichtrauchern dürfte das Ergebnis nicht gefallen, doch Raucher brauchen starke Nerven, wenn sie sich selbst ins Antlitz schauen. Der Horrortrip auf dem Smartphone zeigt, wie ein glattes Gesicht binnen weniger Jahre zu einer fahlen Kraterlandschaft mit Furchen, Fleckben und Falten mutiert.

Über 100 000-mal ist die App bislang allein aus Googles Playstore heruntergeladen worden. Insgesamt seien über 600 000 Versionen seiner Programme auf Apple- und Android-Smartphone installiert, berichtet Brinker stolz. Der Plural zeigt: Der programmierende Mediziner hat mehr als nur eine App veröffentlicht. Für Smokerface und die Arbeit in dem von ihm gegründeten Verein gegentabak.de wurde er zweimal beim Startsocial-Wettbewerb für ehrenamtliche, soziale Projekte von der Bundeskanzlerin ausgezeichnet, für die App Sunface hat er nun vor wenigen Wochen den Young Research Award der La Roche-Posay Foundation erhalten. Hier geht es um die Folgen übermäßiger UV-Strahlung. Sunface soll junge Menschen vor Hautkrebs warnen, ein Thema, dem der Hautarzt Titus Brinker täglich in seiner Arbeit im Krankenhaus begegnet.

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