Bilanz der Nummer zwei

Commerzbank zahlt wieder Dividende

FOTO: REUTERS / Ralph Orlowski

Nach zwei Jahren ohne Dividende dürfen sich die Aktionäre wieder über eine kleine Ausschüttung freuen. 2018 konnte die Commerzbank ihren Gewinn erhöhen. Und: Sie verdiente deutlich mehr als die Deutsche Bank.

Die Commerzbank hat im abgelaufenen Jahr einen kräftigen Gewinnsprung geschafft: 865 Millionen Euro standen unter dem Strich, nachdem das Geldhaus 2017 nur 128 Millionen Euro an Gewinn ausgewiesen hatte. Die Anleger dürfen sich freuen: Sie erhalten nach zwei Jahren Pause wieder eine Dividende, wenn auch nur eine kleine von 20 Cent je Aktie. Es ist die zweite Dividende nach der Finanzkrise. Im Jahr zuvor hatten hohe Umbaukosten den Gewinn belastet. Die Aktionäre hatten in der Vergangenheit wenig Grund zur Freude: Im September war die Bank aus dem Dax in den M-Dax abgestiegen, mit dem Aktienkurs ging es dann kräftig abwärts bis zu einem Tiefstand von 5,50 Euro Ende Dezember. Gestern legte der Kurs um knapp drei Prozent auf 6,46 Euro zu.

Jetzt sieht sich die Bank auf gutem Weg: „Unsere Strategie ist richtig und sie funktioniert“, sagte Commerzbank-Chef Martin Zielke bei der Bilanzvorlage. Die Bank sei auf Kurs, auch wenn sie an verschiedenen Punkten noch einmal nachlegen müsse. Im Kerngeschäft wachse sie trotz verschärften Wettbewerbs und weiter gesunkener Zinsen. In diesem Umfeld seien im deutschen Bankenmarkt aber internationale wettbewerbsfähige Renditen nicht zu erzielen. Das sehen auch Analysten wie Markus Rießelmann von Independent Research so: Wegen dieses „kompetitiven Marktumfelds“ blieben die Renditen für die Commerzbank überschaubar. Das Institut rechnet weder in diesem noch für das kommende Jahr mit einer Anhebung der Leitzinsen, auch deshalb gaben sich die Manager gestern vorsichtig: Ein konkretes Gewinnziel wollten sie nicht nennen.

Die um Sonderposten bereinigten Erträge, die im vergangenen Jahr mit fünf Prozent stärker als erwartet auf 8,6 Milliarden Euro gestiegen waren, sollen auch im laufenden Jahr weiter zulegen. Auch die Kosten sind leicht auf knapp 6,9 Milliarden Euro gestiegen – da hatte die Bank eigentlich weniger erhofft. Doch bis 2020 sollen sie wie geplant auf 6,5 Milliarden Euro fallen.

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