Staatsanwaltschaft ermittelt

Banken wegen neuer Steuerbetrugs-Masche im Visier

Bankenskyline in Frankfurt.FOTO: dpa / Boris Roessler

Der Cum-Ex-Skandal rund um Steuervermeidungen könnte einem Medienbericht zufolge womöglich noch weit größer sein als bislang bekannt.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" und der WDR am Mittwoch berichteten, hat die Staatsanwaltschaft Köln ihre Ermittlungen auf eine bis dato unbekannte Masche mutmaßlichen Steuerbetrugs ausgeweitet. Es gehe auch hier um Milliardengeschäfte und die bisher entstandenen Steuerschäden lägen in mindestens dreistelliger Millionenhöhe. Ein Sprecher der Behörde bestätigte Reuters: "ADR-Aktien sind auffällig geworden." Man sehe sich das an. Weitere Details nannte er nicht.

Die Kölner Staatsanwälte ermitteln dem Medienbericht zufolge gegen mehrere Mitarbeiter einer nicht genannten deutschen Bank wegen des Verdachts auf Steuervergehen bei Aktiengeschäften mit speziellen Papieren - sogenannten ADR (Amercian Depositary Receipts). Diese werden in den USA quasi als Ersatz für Aktien ausländischer Firmen gehandelt. Normalerweise muss jedem ADR-Papier eine Aktie zugrunde liegen, oder ein Bruchteil einer Aktie. Nach Erkenntnissen von US-Ermittlern sind in zahlreichen Fällen aber solche Papiere ausgegeben worden, ohne dass die Banken die betreffenden Aktien hinterlegt hatten.

Die Inhaber dieser sogenannten Vorab-ADRs sollen dann deutsche Finanzbehörden getäuscht und Steuererstattungen kassiert haben, obwohl zuvor gar keine Steuern auf Dividenden gezahlt worden waren. Insofern ähnelt die neue Masche den Cum-Ex-Modellen. Cum-Ex steht für den Handel von Aktien mit (Cum) und ohne (Ex) Dividende, um Steuern zu sparen.

(felt/Reuters)
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