Handelsstreit

EU droht USA mit raschen Gegenzöllen

Das BMW-Werk im amerikanischen Spatanburg bietet 11.000 Jobs. FOTO: dpa / BMW AG

Sollte Trump neue Autozölle verhängen, will die EU rasch reagieren: An die Zusage, mehr Flüssiggas oder Soja in den USA zu kaufen, sähe man sich nicht mehr gebunden, so Jean-Claude Juncker. NRW wäre weniger stark von Zöllen betroffen als andere Bundesländer, so der Wirtschaftsweise Schmidt.

Macht Donald Trump ernst? Am Wochenende hatte das US-Handelsministerium dem Präsidenten einen Bericht übergeben, in dem es offenbar feststellt, dass Autoimporte aus Europa der nationalen Sicherheit der USA schaden. Nun hat Trump 90 Tage Zeit, um zu entscheiden, ob er auf dieser Basis Sonderzölle gegen europäische Autos verhängt. Die EU-Kommission legte sich schon mal fest: Sollte es neue Auto-Zölle geben, werde die Reaktion „rasch und angemessen“ sein, sagte am Montag ein Kommissions-Sprecher.

Womit droht die EU? Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker sagte: „Trump hat mir sein Wort gegeben, dass es vorerst keine Autozölle gibt. Ich halte diese Zusage für belastbar. Klar ist, sollte er sein Wort brechen, werden wir uns an unsere Zusagen, mehr US-Soja und Flüssiggas zu kaufen, auch nicht mehr gebunden fühlen.“ Ebenso könnte die EU Strafzölle für US-Exportschlager wie Jeans, Whisky und Erdnussbutter verhängen. Jetzt schon erheben die USA Zölle in Höhe von 2,5 Prozent auf die Einfuhr von Autos aus der EU, umgekehrt verlangt die EU zehn Prozent Einfuhrzölle für Autos aus den USA. Trump hatte eine Anhebung auf 25 Prozent angedroht.


(anh/magra/rky)
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