Chemiekonzern

Evoniks Umbau gefällt den Anlegern

Die Evonik-Zentrale in Essen. FOTO: dpa / Roland Weihrauch

2018 war die Evonik-Aktie um 30 Prozent gefallen. Doch eine gute Bilanz und der Verkauf des Plexiglas-Geschäfts ließen sie nun steigen. 3900 Mitarbeiter wechseln zum US-Finanzinvestor Advent. Vom 100-Meter-Lauf des Umbaus habe man zehn Meter geschafft, so Evonik-Chef Christian Kullmann.

Die Evonik-Aktionäre konnten sich am Dienstag endlich mal wieder freuen: Die Aktie legte zeitweise um fünf Prozent zu. Der Chemiekonzern hatte am Vorabend mitgeteilt, dass er sein Plexiglas-Geschäft (Methacrylat-Verbund) für drei Milliarden Euro an den US-Finanzinvestor Advent verkauft. Der Erlös ist deutlich höher, als Analysten erwartet hatten. Zudem legte Evonik eine gute Bilanz für 2018 vor. „Trotz erheblicher externer Belastungen aus Konjunktur, Politik und Rhein-Niedrigwasser haben wir unsere Ziele für 2018 alle erreicht“, sagte Evonik-Chef Christian Kullmann. Der Gewinn (Ebitda) legte um zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu, der Umsatz stieg um vier Prozent auf 15 Milliarden.

Ein Coup gelang Evonik beim Plexiglas-Verkauf. Vor einem Jahr hatte Kullmann den Unternehmensbereich mit 3900 Mitarbeitern ins Schaufenster gestellt. Aus dem Bieterverfahren ging Advent als Käufer hervor. Der Erlös fiel überraschend hoch aus, das Geschäft steht nur noch mit einer Milliarde Euro in Evoniks Büchern, so dass trotz 500 Millionen an Schulden reichlich übrig bleibt.

Am Wochenende hatten die Chefs in einem Hotel im Düsseldorfer Medienhafen den Deal besiegelt, am Montag stimmt der Aufsichtsrat zu. Zwei Drittel der 3900 Stellen liegen in Deutschland. Größere Werke liegen in Darmstadt, Weiterstadt und Worms. In NRW sind kleinere Produktionsstätten in Wesseling und Marl betroffen. Kullmann betonte: „Advent hat sich zur Sozialpartnerschaft bekannt, bis 2023 sind betriebsbedingte Kündigungen wie bei Evonik ausgeschlossen.“ Im übrigen seien die Amerikaner als langfristige Investoren bekannt und hätten Erfahrungen im Chemie-Geschäft.

top