Leitzins unverändert

EZB hält Geld weiter billig

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt (Archiv). FOTO: dpa / Boris Roessler

Nach Jahren im Anti-Krisen-Modus peilt die EZB die Rückkehr zur Normalität an. Düstere Konjunkturaussichten erschweren die Wende. Noch halten die Notenbanker um EZB-Präsident Draghi Kurs.

Europas Währungshüter halten das Geld weiterhin billig. Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent, wie der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt entschied. Banken erhalten somit frisches Geld bei der Notenbank weiterhin zum Nulltarif. Sparer müssen sich indes noch gedulden, einige Volkswirte rechnen angesichts zunehmender Risiken für die Konjunktur inzwischen damit, dass die EZB mit der ersten Zinserhöhung bis ins Jahr 2020 warten wird.

Denn die Aussichten für die Konjunktur haben sich zuletzt eingetrübt: Internationale Handelskonflikte bremsen den Welthandel, das chinesische Wirtschaftswachstum fiel im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahrzehnten, in Europa droht ein ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.

Mit Blick auf die europäische Wirtschaft sprach EZB-Präsident Mario Draghi in der vergangenen Woche im EU-Parlament in Straßburg von einer „Verlangsamung, die nicht auf eine Rezession zusteuert, die aber länger dauern könnte als zunächst erwartet“.

(hebu/dpa)
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