Trickserei beim Zahlen von Essen und Kaffee

Betrug mit Kantinen-Karten bei ZF

Eine Geldkarten-Affäre sorgt bei ZF in Saarbrücken für Unruhe. FOTO: Daniela Hussong

Saarbrücken. An saarländischen Standorten des Autozulieferers ist beim Zahlen von Essen und Kaffee getrickst worden.

Bei dem Getriebehersteller ZF, mit mehr als 8400 Mitarbeitern an vier Standorten (Saarbrücken, Güdingen, Gersweiler und Neunkirchen) größter Industrie-Arbeitgeber im Saarland, sind teils gravierende Unregelmäßigkeiten mit Katinen-Karten aufgeflogen. Dabei handelt es sich offenbar um Betriebsausweise, die über eine Zusatzfunktion an Kassenautomaten mit Geldbeträgen aufgeladen werden können, um damit in der Kantine sowie an Kaffee- und Verpflegungsautomaten bargeldlos zu bezahlen. Wie es heißt, sollen auch Karten, die Gäste gegen Pfand am Automaten erhalten, für gezielte Manipulationen genutzt worden sein.


ZF-Pressesprecherin Karin Markenstein bestätigte entsprechende Informationen unserer Zeitung auf Anfrage. Diese Unregelmäßigkeiten seien bereits vor Wochen aufgefallen. Das Unternehmen habe interne Konsequenzen gezogen. Markenstein betont: „ZF ist kein Schaden entstanden.“ Die Automaten werden demnach von einem Dienstleister betrieben und abgerechnet, der die Kantinenessen mit dem Unternehmen verrechnet.

Im Zusammenhang mit den Vorfällen hat sich ZF am Standort Saarbrücken bereits von mehreren Mitarbeitern getrennt. In einem Fall wurde angeblich eine fristlose Kündigung ausgesprochen, mit drei oder vier weiteren Mitarbeitern wurden Aufhebungsverträge abgeschlossen. Darunter soll auch ein bisheriges Betriebsratsmitglied sein, das in einer Kommune im Regionalverband kommunalpolitisch aktiv ist.

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