Weniger Kontrollen bringt mehr Zufriedenheit

Chefs mit Vertrauen punkten eher bei ihren Mitarbeitern

Köln. () Vertrauen spielt in Unternehmen eine besonders große Rolle, wenn es um die Zufriedenheit mit dem eigenen Arbeitsplatz geht. Wenn sich Mitarbeiter von ihrem Chef weniger kontrolliert fühlen, sind sie einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge nicht nur zufriedener mit ihrer Arbeitssituation, sondern zugleich auch leistungsbereiter und produktiver.

„Manche Unternehmen haben nach wie vor Angst, durch Home Office oder flexible Arbeitszeiten die Kontrolle zu verlieren“, sagte der IW-Wissenschaftler Dominik Enste gestern in Köln. Dieses Misstrauen sei jedoch unbegründet. Die Studie zeige als Ergebnis eindeutig auf, , dass Chefs dann für mehr Zufriedenheit und damit Produktivität sorgen, wenn sie selbst vertrauenswürdig sind und sich wertschätzend gegenüber ihren Mitarbeitern verhielten.

Über die Studie hatte zunächst die „Rheinische Post“ berichtet. Wissenschaftler des IW werteten für ihrer Untersuchung unter anderem Daten des European Working Conditions Survey aus dem Jahr 2017 aus. Demnach ist direkte Kontrolle durch den Chef nur für zwei Prozent der befragten Arbeitnehmer entscheidend für ihr Arbeitstempo. Dagegen macht etwa jeder dritte Beschäftigte (35 Prozent) sein Tempo vom Arbeitstempo der Kollegen und jeder vierte (26 Prozent) von Anforderungen von Kunden abhängig.

Zudem zeigten Daten des Sozio-Oekonomischen Panels aus dem Jahr 2014 eine klare Tendenz auf, nach der 59 Prozent der Arbeitnehmer zufrieden mit ihrer Arbeit sind, wenn das Unternehmen nicht auf eine strenge Kontrolle setzt, erklärte das IW. Dagegen sind der Auswertung zufolge in Unternehmen mit strengen Kontrollen nur 45 Prozent der Arbeitnehmer zufrieden mit ihrer Situation am Arbeitsplatz. Zudem zieht Vertrauen offensichtlich auch weniger Konflikte mit Chefs nach sich, hieß es weiter in der Studie. In Unternehmen ohne strenge Kontrollen berichteten demnach nur 13 Prozent der befragten Arbeitnehmer von Konflikten mit Vorgesetzten, in Betrieben mit strengen Kontrollen waren es dagegen schon 32 Prozent.


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