Modellanlage in Völklingen

Meeresfischfarm will Schule machen

Peter Zeller, Geschäftsführer der Fresh Fischzucht, will mit der Völklinger Anlage im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreiben. FOTO: dpa / Oliver Dietze

Völklingen . Die neuen Betreiber der Meeresfischzucht in Völklingen kommen inzwischen mit der Produktion kaum hinterher. So groß ist die Nachfrage.

Völklingen liegt mehr als 400 Kilometer vom nächsten Meer entfernt. Dennoch tummeln sich hier Hunderttausende von Meeresfischen. Aus riesigen Salzwasserpools werden täglich Kingfische, Doraden und Wolfsbarsche herausgefischt und an anspruchsvolle Kunden in Deutschland, Luxemburg, Österreich, Italien und der Schweiz geliefert. Die Anlage auf dem Gelände einer früheren Kokerei ist etwas Besonderes: „Es ist die erste Fischfarm, die wirklich unabhängig vom Meer im großen Stil produzieren kann“, sagt der Geschäftsführer von Fresh, Peter Zeller.

Was einst als Fehlinvestition belächelt wurde, sei jetzt auf Erfolgskurs: „Unsere Kunden kaufen uns die Farm leer. Wir haben viel weniger Fisch, als nachgefragt wird“, sagt der Schweizer. Er hat die Anlage vor drei Jahren mit einer privaten Schweizer Investorengruppe gekauft. Für rund drei Millionen Euro, nachdem das Ende 2007 gestartete Projekt den Stadtwerken Völklingen deutlich mehr als 20 Millionen Euro Schulden beschert hatte.

„Wir hatten am Anfang sehr wenig Wissen und Zeit, uns darauf einzustellen“, erzählt Zeller. Es sei vor allem eine Vision gewesen, die sie angetrieben habe: Fischkonsum ökonomischer und ökologischer zu machen. „Effektiv eliminieren wir den Transportweg“, sagt er. In Völklingen werde Kingfisch produziert, der üblicherweise im südlichen Pazifik zu Hause sei und um die ganze Welt fliegen müsse, bevor er auf unseren Tellern lande. Durch die Produktion vor Ort „reduzieren wir den CO2-Abdruck“ um bis zu 90 Prozent.

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