Bundeskartellamt ahndet Absprachen

Millionenstrafe gegen Saarstahl

Blick in die Stranggussanlage von Saarstahl, die modernste Stahl-Qualitäten garantiert. FOTO: Saarstahl AG

Berlin/Völklingen. Das Bundeskartellamt hat 205 Millionen Euro Strafe gegen sechs Unternehmen, einen Verband und zehn Personen verhängt.

Das Bundeskartellamt in Berlin bestraft mehrere führende Stahlunternehmen wegen „Preisabsprachen und des Austauschs wettbewerblich sensibler Informationen“ mit hohen Bußgeldern. Die Gesamtsumme beträgt 205 Millionen Euro. Betroffen ist auch die Saarstahl AG Völklingen. Wie hoch deren Anteil am Bußgeld ist, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen.


Das Bundeskartellamt in Berlin betonte auf Anfrage unserer Zeitung, es werde grundsätzlich immer nur die  Gesamtsumme der Bußgelder veröffentlicht. Auch von Saarstahl waren hierzu keine näheren Einzelheiten zu erfahren. Eine Pressesprecherin bestätigte lediglich: „Saarstahl hat im Zuge dieses Verfahrens mit dem Bundeskartellamt offen und konstruktiv kooperiert.“ Weiterhin stellte sie klar, dass das Unternehmen bereits in der Bilanz Vorsorge getroffen habe. Auch liefen seit längerem im Rahmen eines „Compliance“ Programms regelmäßige Schulungen von Führungskräften und Mitarbeitern durch Kartellrechtsexperten. Regeltreue stehe bei Saarstahl an oberster Stelle, betonte die Sprecherin.

Dennoch erhebt die Kartellbehörde massive Vorwürfe. So hätten die betroffenen Stahlhersteller „zumindest seit 2004 bis längstens zur Durchsuchung im November 2015 die Berechnungsweise der Schrott- und Legierungszuschläge für Edelstahlprodukte untereinander abgestimmt und branchenweit einheitlich verwendet. Zwischen den betroffenen Unternehmen bestand darüber hinaus die Grundvereinbarung, dass die so berechneten Zuschläge gegenüber den Abnehmern 1:1 durchgereicht werden“, heißt es in der Presserklärung des Bundeskartellamtes.

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