Neues Projekt

Saarland testet Fahrten ohne Busfahrer

Einige Verkehrsunternehmen testen schon selbstfahrende Fahrzeuge – wie hier die Genfer Verkehrsbetriebe auf einer städtischen Linie. FOTO: dpa / Salvatore Di Nolfi

Saarbrücken. Großprojekt mit Hilfe der EU soll den vollautomatischen Einsatz von Elektrobussen im Pendlerverkehr ermöglichen.

Im Saarland findet zu Beginn des neuen Jahres eine kleine „Revolution“ im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) statt. Als einer der ersten Regionen überhaupt werden im Rahmen eines von der Europäischen Union (EU) mit finanzierten Großprojektes unter dem Namen „Terminal“ Einsatzmöglichkeiten vollautomatischer Busse getestet. Es geht um vollautomatische kleine Elektrobusse für rund 15 Fahrgäste.

Um möglichst optimale, störungsfreie Testbedingungen zu haben und auch keinen Individualverkehr in Ballungsräumen zu behindern, wurde extra eine Teststrecke mit wenig Verkehr ausgewählt: die Verbindung vom Industriegebiet Häsfeld in Überherrn zum benachbarten Creutzwald in Lothringen. Das hat zudem den Charme, dass bei dem Projekt mehrere internationale Partner mit ins Boot genommen werden: Frankreich und das Großherzogtum Luxemburg. Und das erleichtert die Finanzierung des Großprojektes, das zunächst auf drei Jahre ausgelegt ist.

Professor Horst Wieker von der Forschungsgruppe Verkehrstelematik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) ist einer derjenigen, die das Projekt federführend mit betreuen. „Es geht in dem Projekt nicht darum, Busfahrer wegzurationalisieren. Die werden weiter gebraucht.“ Vollautomatisierte Elektrobusse könne man aber in bestimmten Regionen für den Pendlerverkehr einsetzen, vor allem jedoch die Versorgung in ländlichen Gebieten deutlich verbessern, auch nachts und an Sonntagen, wo in bestimmten Räumen kaum oder keine Busse fahren. Junge Menschen könnten so beispielsweise länger ausgehen, ältere Mitbürger bekämen mehr Flexibilität, um Besorgungen besser zu erledigen oder mehr Freizeitangebote wahrzunehmen. Vollautomatische Busse könnten auch touristische Aushängeschilder besser an das Verkehrsnetz anbinden. Generell soll das Großprojekt neue Möglichkeiten der Mobilität testen.

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