Überprüfungen laufen an

Boeing will nach Absturz alle 737 MAX am Boden halten

Nach dem Absturz einer Boeing 737 MAX in Äthiopien mit 157 Toten und dem darauf folgenden Flugverbot in zahlreichen Ländern zieht der US-Konzern die Reißleine und will nun sämtliche Maschinen des Typs weltweit am Boden halten.

Boeing empfehle der US-Flugaufsicht FAA vorsorglich ein vorübergehendes Flugverbot für die weltweit 371 Maschinen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Unmittelbar zuvor hatte US-Präsident Donald Trump ein entsprechendes Verbot für die 737 MAX in den USA angeordnet. Der Druck auf die USA war zuletzt stetig gewachsen, nachdem viele Länder den Einsatz der Flieger untersagt hatten - zuletzt der US-Nachbar Kanada.

Am Wochenende war eine 737 MAX 8 in Äthiopien aus bislang ungeklärten Gründen abgestürzt. Einige Monate zuvor war auch in Indonesien eine 737 MAX 8 niedergegangen, hier starben 189 Menschen. Die 737 MAX ist ein neues Modell, das erst seit 2017 ausgeliefert wird, und für Boeing wirtschaftlich von großer Bedeutung. Die Boeing-Aktien, die zum Wochenbeginn bereits rund elf Prozent verloren hatten, sackten am Mittwoch um weitere rund drei Prozent ab.

Boeing erklärte am Mittwoch, der Konzern tue alles ihm mögliche, um die Ursachen der Abstürze herauszufinden. Dabei arbeite man mit den Behörden zusammen. Gleichwohl habe Boeing weiter vollstes Vertrauen in die Sicherheit der 737 MAX. Die US-Flugaufsicht teilte kurz nach der Boeing-Ankündigung mit, die Maschinen müssten in den USA am Boden bleiben. Diese Entscheidung fuße auch auf neue Erkenntnise aus Satelliten-Daten, die der Behörde am Mittwoch zugegangen seien. Die großen US-Fluglinien Southwest Airlines, American Airlines und United hatten bis zuletzt bekräftigt, sie hätten Vertrauen in ihre Boeing-Flotten.

(mja/Reuters)
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