Interview mit Rewe-Chef Lionel Souque

„Mehrheit der Deutschen kauft lieber in Läden“

FOTO: dpa / dpa, obe fdt

Im Rewe-Vorstandsbüro steht Geißbock Hennes als Skulptur in Lebensgröße, an den Wänden hängen gerahmte Vereinstrikots des 1. FC Köln. Konzernchef Lionel Souque ist Franzose, spricht fließend Deutsch mit Akzent – aber wenn es um den FC geht, wird er ziemlich kölsch. Der Rewe-Chef, Aufsichtsratsvorsitzender des Fußball-Zweitligisten, erklärt, wie er die Zukunft von Konzern und Verein sieht.

Rewe gilt als Vorreiter im Online-Lebensmittelhandel. Kaufen Sie selber Essen im Internet?

Souque Ich persönlich gehe am liebsten in Läden. Aber meine Frau kauft viel online, ab und zu auch Lebensmittel.

Die meisten Deutschen sind ähnlich zögerlich. Bereuen Sie die hohen Investitionen in dem Feld?


Souque Überhaupt nicht! Uns geht es kurzfristig gar nicht darum, im Internet-Lebensmittelhandel Geld zu verdienen. Wir sehen das als Investition in die Zukunft. Erst einmal ist es wichtig, dass die Technik in unserem neuen automatischen Online-Verteilzentrum in Köln-Niehl läuft, denn die ist europaweit einzigartig und extra für uns entwickelt worden. Damit sind wir sehr zufrieden. Dazu kommt, dass wir Online-Bestellungen unseren Kunden als zusätzlichen Service anbieten wollen und müssen. Aber es stimmt, dass die Nachfrage nach Internet-Lebensmittelbestellungen in Deutschland nicht exponentiell gewachsen ist, wie es viele vermutet haben. Es geht langsamer voran. Wenn sich die Nachfrage in Deutschland allerdings beschleunigt, liegen wir mit unserem Angebot vorne.

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