Trotz neuer EU-Regeln

Warum Lkw auch künftig noch die Autobahn-Rastplätze verstopfen

Die neuen Regeln dürften erst einmal nichts an den vollen Autobahnrastplätzen ändern (Symbolfoto).FOTO: dpa / Klaus-Dietmar Gabbert

Die EU-Verkehrsminister wollen die Kabinenschlafzeiten für Brummi-Fahrer einschränken. Gegen die vollen Parkplätze an Autobahnen wird das aber kaum helfen. Bei jedem fünften untersuchten Lkw finden Kontrolleure Verstöße gegen das Fahrpersonalrecht.

Bei der Vorstellung der Beschlüsse des EU-Verkehrsministerrats nutzte Norbert Hofer klare Worte. Es werde ein „absolutes Kabinenschlafverbot“ für Brummi-Fahrer geben, sagte der österreichische Verkehrsminister. Außerdem sollen die Fahrer das Recht bekommen, spätestens nach vier Wochen auf der Straße nach Hause zu kommen. „Das heißt, das ist das Ende dieses Nomadentums. Das heißt auch, die Missstände dieser überfüllten Parkplätze werden abgeschafft.“

Machen die Verkehrsminister also gerade Schluss mit überfüllten Rastplätze an deutschen Autobahnen? Die sind auch in Nordrhein-Westfalen so verstopft, dass sie zur Gefahr für Verkehrsteilnehmer werden können. So kam Anfang vergangenen Jahres ein Mann auf der A40 bei Wachtendonk im Kreis Kleve ums Leben, weil er in einen Lkw einer polnischen Spedition krachte, der auf dem Verzögerungsstreifen vor einem Rastplatz stand.

Aber auch nach den Beschlüssen des EU-Verkehrsministerrats wird es erst einmal voll auf den Raststätten bleiben. Zum einen stellte eine Sprecherin bereits klar, dass dies nur für die wöchentliche Ruhezeit von regulär 45 Stunden gelte, nicht aber für die Übernachtung nach einer normalen neun- bis zehnstündigen Schicht. Wochentags bleibt es also so oder so voll. „Außerdem ist das bereits Gesetzeslage in Deutschland“, sagt Horst Roitsch vom Bundesamt für Güterverkehr mit Sitz in Köln. So wie auch schon in Frankreich und Belgien - nun werde der lediglich der europaweite Flickenteppich beseitigt.

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