Musterverfahren

Haben VW und Porsche Anleger abgezockt?

Hintergrund des Prozesses in Hannover ist die Übernahmeschlacht zwischen der einstigen Porsche-Mutter und Volkswagen. Foto: Patrick SeegerFOTO: Patrick Seeger

Hannover. Mit dem Namen Porsche verbindet der normale Autofahrer vor allem Tempo. Porsche-Fans wissen: der 911er ist schnell - und teuer.

Im Streit von Anlegern mit Porsche und Volkswagen ist das Tempo allerdings wesentlich geringer: Neun Jahre nach dem gescheiterten Übernahmeversuch durch den wesentlich kleineren Sportwagenbauer hat ein Musterverfahren des Oberlandesgerichts Celle begonnen.

Aktionäre, die sich geprellt fühlen, haben geklagt. Schnell geht es zwar nicht, aber teuer könnte es werden - über fünf Milliarden Euro sind eingeklagt. Aber der Richter hat Bedenken.

Es ist keineswegs das erste Verfahren nach dem Übernahmeversuch, der Porsche schließlich zu einer weiteren Marke des Volkswagen-Konzern machte. Doch wird der Kartellsenat, der in Hannover tagt, beispielsweise staatsanwaltliche Ermittlungsakten hinzuziehen? Voraussichtlich nicht, er sehe keinen ausreichenden Anhaltspunkt, sagte der Vorsitzende Richter Matthias Wiese. Das könnte bedeuten, dass ein großer Teil der Ansprüche der Aktionäre unbegründet wäre.

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