Jahresgewinn 2018 gesunken

RWE erwartet Milliardenentschädigungen für Braunkohle-Aus

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz. Foto: Ina Fassbender FOTO: Ina Fassbender

Essen. Der Energiekonzern RWE geht mit der Forderung nach Entschädigungen in Milliardenhöhe in die Gespräche mit der Bundesregierung über die vorzeitige Abschaltung von Braunkohlekraftwerken.

Eine Kompensation von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro pro Gigawatt abgeschalteter Leistung sei fair, sagte Vorstandschef Rolf Martin Schmitz am Donnerstag in Essen. Im Vergleich zur Ökostromförderung seien Entschädigungen für abgeschaltete Kraftwerke aber überschaubar.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hat vorgeschlagen, bis 2022 rund 3 Gigawatt Braunkohlekapazität zusätzlich vom Netz zu nehmen. RWE geht davon aus, dass der Großteil der Abschaltungen auf das Rheinische Revier entfällt, wo der Essener Konzern die Kraftwerke und Tagebaue betreibt. Ein erstes Gespräch mit dem Bundeswirtschaftsministerium habe es am Mittwoch gegeben. Schmitz rechnet mit mehrmonatigen Verhandlungen.

Der RWE-Chef begründete die Höhe der erwarteten Entschädigungen mit den Auswirkungen von Kraftwerksabschaltungen auf die Tagebaue. Deshalb müssten die Zahlungen mindestens doppelt so hoch ausfallen wie für die bereits in die Sicherheitsbereitschaft überführten Braunkohlekraftwerke. Wenn RWE im geforderten Umfang Kraftwerke stilllegen und die Braunkohleförderung zurückfahren solle, müssten rund 2700 Arbeitsplätze im rheinischen Revier abgebaut werden, sagte Schmitz weiter.

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