Interview mit Regisseur Philipp Leinemann

„Man macht den Film halt – oder nicht“

Ein Foto von den Dreharbeiten: Regisseur Philipp Leinemann (rechts) und Schauspieler August Zirner, der den Leiter des BND spielt. Foto Bernd Schuller FOTO: Bernd Schuller / BERND SCHULLER

Saarbrücken. Der Regisseur über seinen Polit-Thriller „Das Ende der Wahrheit“, der am Montag das Ophüls-Festival eröffnet.

Mit der Uraufführung des Polit-Thrillers „Das Ende der  Wahrheit“ beginnt am Montag im Saarbrücker Cinestar das 40. Filmfestival Max Ophüls Preis. In dem Film kommt ein BND-Agent Machenschaften in der eigenen Behörde auf die Spur, was ihn in Todesgefahr bringt. Die Hauptrollen spielen Ronald Zehrfeld, Claudia Michelsen und Alexander Fehling; sie kommen ebenso zur Eröffnung wie Philipp Leinemann (39), Autor und Regisseur des Films. 2014 wurde er mit dem vielgelobten Polizeifilm „Wir waren Könige“ bekannt. Wir haben mit ihm über seinen neuen, sehr sehenswerten  Film gesprochen.

Die Hauptfigur Ihres Films „Das Ende der Wahrheit“ gerät beim Bundesnachrichtendienst in ein Komplott um Terrorismus und Rüstungs-Lobbyismus. Wie kritischen sehen Sie den BND?

LEINEMANN Der Film soll keine Schelte des BND sein, sondern er erzählt davon, was geschieht, wenn  einzelne Akteure beim BND mit der Privatwirtschaft kungeln. Außerdem geht es darum, dass dem BND die Hände mehr und mehr gebunden sind, seinem eigentlichen Job nachzukommen – Informationen  sammeln,  analysieren und auch präsentieren. Aber wenn die politische Agenda derzeit so ist, dass Deutschland mit Ländern wie zum Beispiel Saudi-Arabien Geschäfte machen will, dann kann der BND schlecht laut sagen, dass dort die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Es geht mir im Film auch um eine generelle Entwicklung, von der ich im Gespräch mit mehreren BND-Mitarbeitern gehört und bei Recherchen gelesen habe: Dass sie nicht mehr wirklich genau wissen, was etwa in den Maghreb-Staaten oder im Nahen Osten passiert, weil sie von dort abgezogen wurden. Das führte dann zum Beispiel dazu, dass Ereignisse wie der Arabische Frühling und das Erstarken des IS gar nicht mehr wirklich frühzeitig erkannt wurden.

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