Sparprogramm des US-Autobauers

Ford Deutschland macht Druck bei Stellenabbau

Der US-Autobauer Ford will in Deutschland 5000 Arbeitsplätze abbauen. FOTO: dpa / Oliver Berg

Köln/Saarlouis. Mehr als 5000 Jobs sollen beim Autobauer wegfallen. Offen bleibt, wie viele in Saarlouis betroffen sind.

Der Autobauer Ford will in Deutschland mehr als 5000 Stellen streichen. Diese Zahl nannte die Geschäftsführung in einer Mitteilung an die Mitarbeiter. Rund 500 Millionen US-Dollar (441,5 Millionen Euro) sollen eingespart werden. Wie viele Beschäftigte im Werk Saarlouis betroffen sind, stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Den Mitarbeitern seien am Freitag Abfindungs-, Altersteilzeit- und Frühverrentungsprogramme angeboten worden. „Wir müssen schauen, wie die Programme angenommen werden“, sagte die Sprecherin. Ford versichert, dass der Konzern die Stellen „möglichst sozialverträglich abbauen“ will, wie der Autobauer auf Nachfrage mitteilte.

Im Dezember hatte Ford bereits Einschnitte in Saarlouis angekündigt. Die Fertigung des C-Max und des Grand-C-Max, also des Familien-Vans, soll demnach in diesem Jahr wegen stark rückläufiger Nachfrage auslaufen. Dann soll in Saarlouis nur noch der Focus gebaut werden. Außerdem soll von Drei- auf Zwei-Schicht-Betrieb umgestellt werden. Das hat zur Folge, dass etwa 1600 der Ende 2018 rund 6300 Jobs in Gefahr sind. Das entspricht einer kompletten Schicht. Rund 400 Beschäftigte gehen nach Ford-Angaben demnächst in den Ruhestand. Verträge von 500 Leiharbeitern würden nicht verlängert. In der Stammbelegschaft sollen dann unterm Strich 640 Arbeitsplätze wegfallen, ließ das Unternehmen im Dezember durchblicken. Nach SZ-Informationen sind aber die Gespräche mit dem Betriebsrat sowohl über das Aus für den C-Max als auch über den Umfang des Personalabbaus nicht abgeschlossen. Der Betriebsrat war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ford hat in Deutschland rund 24 000 Mitarbeiter in der Stammbelegschaft – 6000 in Saarlouis, knapp 18 000 in Köln und 200 in Aachen.

Ford reagiert mit den Stellenabbauplänen auf schlechte Zahlen. Im vergangenen Jahr hatte das US-Unternehmen in Europa einen Verlust von 400 Millionen Dollar vor Zinsen und Steuern eingefahren.


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