Nach Militärschlag des Westens

Maas drängt jetzt auf Syrien-Verhandlungen

Außenminister Heiko Maas (SPD) will Berlins Kanäle nach Moskau nutzen. FOTO: dpa / Michael Kappeler

Berlin/Paris/Damaskus. Nach den Luftschlägen in Syrien herrscht Eiszeit zwischen dem Westen und Moskau. Paris und Berlin wollen das ändern.

Nach den Luftangriffen westlicher Staaten auf Syrien wollen Deutschland und Frankreich eine diplomatische Offensive für ein Ende des Bürgerkriegs starten. Nur eine politische Lösung werde dauerhaften Frieden in dem Bürgerkriegsland bringen, unterstrich Außenminister Heiko Maas (SPD) am Wochenende. Die Bundesregierung werde auch ihre Kanäle nach Russland nutzen, um dort auf eine konstruktive Haltung zu dringen.

Bereits heute will Frankreich mit einer umfassenden UN-Resolution einen neuen Anlauf zur Entschärfung des Konfliktes unternehmen, Der Entwurf dafür soll nach dem Willen von Präsident Emmanuel Macron die drängendsten Fragen auf einen Schlag angehen, etwa das Ende des syrischen Chemiewaffenprogramms und die Klärung der Verantwortung für die jüngsten Giftgasangriffe in Syrien. Die USA setzten Russland allerdings nach den Luftangriffen weiter unter Druck und kündigten gestern neue Sanktionen gegen russische Unternehmen wegen der Unterstützung Moskaus für Syriens Machthaber Baschar al-Assad an. Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgasangriff bei Damaskus in der Nacht zum Samstag mindestens 105 Marschflugkörper auf wenigstens drei Ziele abgefeuert.

Der offensichtlich mit Rücksicht auf russische Truppen begrenzte Militärschlag richtete sich nach US-Angaben gegen eine Forschungseinrichtung des Militärs bei Damaskus sowie eine Lagerstätte für Chemiewaffen und ein weiteres Depot bei Homs. Die USA und Frankreich machten klar, erneut angreifen zu wollen, wenn wieder  Chemiewaffen zum Einsatz kommen. Nach russischen Angaben wurde ein Großteil der alliierten Geschosse abgefangen. US-Präsident Donald Trump wertete den Angriff als vollen Erfolg. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte die Luftschläge „erforderlich und angemessen“.

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