Theater

Ente Orange mit besonderer Würze

Eva Bratbeker (Jasmin Azizi), Kommissarin Franziska Löwensen (Jennifer Heinen), Rudi Fricke (Felix Lauer) und Anton Bratbeker (Peter Bachmann, von links) spielen bei „Mord in Aspik“ der Naturbühne Gräfinthal mit.FOTO: Jörg Martin

Homburg/Gräfinthal. Im Wintertheater der Naturbühne Gräfinthal dreht sich bei der Komödie „Mord in Aspik“ alles um die hohe Kunst des Kochens.

Kochsendungen im Fernsehen liegen voll im Trend. Von daher war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Naturbühne Gräfinthal bei ihrem alljährlichen Wintertheater mit dieser Thematik beschäftigt. Obgleich man sich beim aktuellen Stück, das im Gastraum des Freilichttheaters Premiere hatte, dieses Mal einem Klassiker des Genres Kriminalkomödie, nämlich „Mord in Aspik“ von Christa Margret Rieken, widmet. Das Stück steht unter der Regie von Peter Bachmann, Felix Lauer und Michael Nagel. Da ist der selbstverliebte TV-Koch Anton Bratbeker (Peter Bachmann), der sich zu Hause in seinem Heiligtum, sprich seiner Küche, mit den letzten Vorbereitungen von Ente Orange in Aspik beschäftigt. Nichts ahnend, dass Sohnemann Kevin (Michael Nagel) und seine neue Flamme „Kiki“ Konstanze (Luisa Lagaly) dort gerade Haschisch deponiert haben. Doch davon kriegt der Koch nichts mit. Auch nicht davon dass, sein Blumenköhlchen - er verwendet gerne Essensbezeichnungen als Kosenamen für seine attraktive Frau - Eva Bratbeker (Jasmin Azizi) schon seit langem etwas mit seinem Schulfreund Rudi Fricke (Felix Lauer) am Laufen hat(te). Der smarte Scheidungsanwalt hat aber kurz vor der geplanten Abreise der Bratbekers in den Florida-Urlaub den Laufpass bekommen. Anton hat derweil andere Sorgen. Er überwältigt heimlich einen Einbrecher und glaubt, ihn in Notwehr erstochen zu haben. Dabei handelt es sich um einen gesuchten Russen aus dem Drogen- und Rotlichtmillieu, den die Kommissarin Franziska Löwensen (Jennifer Heinen) sucht. Sie taucht zeitnah im häuslichen Kochstudio auf, wo Anton die Leiche in der Couch versteckt hält und ist misstrauisch. „Herr Bratbeker, hier ist etwas ganz entschieden faul“, stellt die Polizistin fest. Auch Rudi will dem irren Koch nicht helfen und fällt ihm gar in den Rücken. „Weiß Eva, dass sie einen Drei-Sterne-Psychopathen geheiratet hat?“, hält er seinem Freund Anton entgegen. Der sucht nun Hilfe beim Sohnemann. Doch der und Kiki haben andere Sorgen. Statt sich auf der Uni aufzuhalten, suchen sie zu Hause das „Shit“. Das Stück beeindruckt nicht nur durch Witz und Spannung. Auch ein kurzer Lichtwechsel bei einer Szene bringt Bewegung ins Spiel. Anton will abrupt zur Hausmannskost wechseln. „Wo ist es geblieben, das Mettbrötchen meiner Kindheit“, sinniert er, als er einen riesigen Mettigel auf dem Tablett hält. Er ahnt nicht, dass Rudi die Tatwaffe bei der Polizei abgegeben hat. „Frittenschwenker“ schimpft der smarte Anwalt den Herrn über Salz und Pfeffer. Doch damit kommt der Jurist nicht durch. Denn es ist etwas geschehen. Etwas, was alle verändert. Und die Leiche ist verschwunden. Es bleibt spannend. Oder gab es gar keinen Mord und somit auch keine Leiche? Denn der Verbrecher wird ganz woanders geschnappt.

Alle Aufführungstermine sind bereits ausverkauft.

top