Grüne wollen Landrat als Chef der Biosphäre

Saarpfalz-Kreis. Wichtige Themen der Regionalentwicklung wie Tourismus und Wirtschaftsförderung sind beim Saarpfalz-Kreis angesiedelt. Die saarpfälzischen Grünen sehen deshalb den Landrat an der Spitze des Biosphärenzweckverbandes.

Das Projekt Biosphäre Bliesgau ist ein wichtiges Projekt der interkommunalen Zusammenarbeit und Regionalentwicklung im Saarpfalz-Kreis . Nach Auffassung der Grünen im Saarpfalz-Kreis "dümpelt es weiter lustlos vor sich hin", da die Verantwortlichkeiten im Vorsitz des Zweckverbandes alle zwei Jahre wechsele und die Bürgermeister eher die Sorgen ihrer Gemeinde im Blick hätten. Daran habe sich trotz verschiedener Vorstöße der Grünen nichts geändert. Grünen-Kreisvorsitzender Adam Schmitt dazu in einer Pressemitteilung: "Wichtige Themen der Biosphäre wie Tourismus, Wirtschaftsförderung und Soziales sind beim Landkreis angesiedelt. Die jeweiligen Vorsitzenden des Zweckverbandes haben darauf keinen Zugriff. Für mich ist die Führung des Zweckverbandes eine Fehlkonstruktion. Statt eines Wechsels unter den Bürgermeistern sollte der Landrat des Saarpfalz-Kreises kraft Amtes Vorsitzender des Zweckverbandes werden. Die Vertretung kann dann im Wechsel einer der Bürgermeister übernehmen. Ich fordere deshalb die Bürgermeister auf, endlich den Mut aufzubringen, um diesen längst überfälligen Schritt zu vollziehen. Eine Initiative des amtierenden Vorsitzenden, des Gersheimer Bürgermeisters Alexander Rubeck würde ich sehr begrüßen." Aus Sicht der Grünen müsse die Biosphäre Bliesgau endlich aus dem Schatten der kommunalen Kirchtürme treten und mehr werden als das jährliche Biosphärenfest.

Die stellvertretende Grünen-Kreisvorsitzende Yvette Stoppiera (Homburg): "Alle reden von interkommunaler Zusammenarbeit, im Zweifel siegt aber der lokale Egoismus, auch bei den Bürgermeistern in der Biosphäre. Das große persönliche Engagement der Zweckverband-Mitarbeiter und der ehrenamtlichen Mitstreiter kann den Mangel einer klaren und verlässlichen Führung, die alle Aspekte der nachhaltigen Regionalentwicklung über einen Zeitraum von zwei Jahren hinaus zusammenführt, nicht ausgleichen." Mit dem Amtsantritt von Landrat Theophil Gallo und der bevorstehendes Neuwahl des Verbandsvorstehers bestehe aus Sicht der Grünen die große Chance, die Biosphäre im Bliesgau jenseits lokaler Kirchtürme voranzubringen. Diese Chance sollte nicht erneut verspielt werden.

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