Warnstreik am Marienkrankenhaus

Deutschland schaut auf Ottweiler Klinikstreik

Ottweiler. Unter bundesweitem Interesse haben gestern erstmals Mitarbeiter einer katholischen Klinik gestreikt. Werden sie dafür nun bestraft?

Es ist stockfinster, als sich am Mittwochmorgen um sechs Uhr zwei Dutzend Menschen vor der Marienhausklinik Ottweiler versammeln. Die leuchtend gelben Warnwesten, Gewerkschaftsfahnen und Transparente machen deutlich: Das Krankenhaus wird bestreikt.

Eine junge Krankenschwester hält ein Plakat in der Höhe, das die angespannte Lage auf ihrer Station verdeutlicht: „Ende November über 1600 Überstunden“. Einige Parolen unterscheiden sich von den üblichen Gewerkschaftsschlachtrufen. „11. Gebot: Du sollst nicht bei der Pflege sparen“ heißt es da, oder: „Streik kann keine Sünde sein!“

Der 24-stündige Warnstreik in Ottweiler war nach Verdi-Angaben der erste an einem katholischen Krankenhaus in Deutschland. Laut Verdi ist der Streik legal. Aus Sicht der Marienhaus-Stiftung, die Trägerin des 120 Betten zählenden Krankenhauses ist, ist er unzulässig.

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