Saar-Koalition bleibt Belastungsprobe erspart

Flüchtlingsbehörde: In Lebach ist kein Ankerzentrum geplant

Die Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge in Lebach (Archivfoto). FOTO: BeckerBredel

Lebach/Saarbrücken. Vor allem der Ministerpräsident hatte sich für das Projekt ins Zeug gelegt, doch daraus wird nichts. Das erspart der Saar-Koalition eine Belastungsprobe.

Die Bundesregierung will die Landesaufnahmestelle in Lebach nicht zu einem der bundesweit geplanten „Ankerzentren“ ausbauen. Eine Sprecherin des zuständigen Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) stellte auf SZ-Anfrage unmissverständlich klar, „dass Lebach nicht als Ankerzentrum vorgesehen ist“.


Diese klare Aussage überrascht, weil das Bamf im Intranet zuletzt nach Beamten und Angestellten für ein „Anker“-Pilotprojekt in Lebach und elf anderen Standorten in Deutschland gesucht hatte. Dies hatten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vor Tagen berichtet. Dienstantritt sei „voraussichtlich 01.08.2018 bzw. zum nächstmöglichen Zeitpunkt“, zitierten sie aus dem Aufruf. Das Bamf wollte diesen Bericht gestern nicht kommentieren: Man nehme keine Stellung zu den Vorbereitungen für die geplanten „Ankerzentren“.

Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) hatte sich nach Angaben seiner Sprecherin Katrin Thomas erst am vergangenen Freitag mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ausgetauscht. Dabei sei es auch um die Erstaufnahmestelle Lebach gegangen. Lebach erfülle „aus unserer Sicht die entscheidenden Kriterien, um ein Ankerzentrum zu sein“, sagte Thomas.

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